Gerangel im Teich zwischen Geschwistern Emma und Erich. Vor wenigen Wochen ist ihre Mutter Miri unerwartet verstorben und hat eine große Lücke hinterlassen. Aber wie es scheint, hat dies die Geschwister Emma und Erich, die beiden prächtigen Bären im von Vier Pfoten geführten Bärenwald Arbesbach, noch enger zusammengeschweißt.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 19. Juli 2019 (10:00)

Seit das Wetter nach der kurzen Sommerpause wieder schön ist, sieht man die beiden ständig am Spielen im Wasser. Und unter Geschwistern ist der Ton mitunter auch ein bisschen rauer – aber am Ende ist klar, dass es von Anfang an nur Spaß war. Vor allem der Übermut von Plantschkönig Erich ist derzeit kaum zu stoppen. Da überredet er seine Schwester Emma auch schon mal zu einem scheinbar harten, aber immer herzlichen Gerangel. 

„Erich ist kaum mehr aus dem Teich zu bekommen, seit es wieder warm geworden ist“, berichtet Vier Pfoten Tierpflegerin Gerlinde Mairhofer. „Man sieht auch förmlich, wie ihm der Schalk im Nacken sitzt. Gut, dass er mit Emma immer wieder eine aufgeschlossene Spielkameradin hat, die sich auf ein kleines geschwisterliches Kräftemessen einlässt.“

Dieser tierische Übermut ist umso schöner angesichts der Tatsache, dass die ersten Jahre im Leben von Emma und Erich alles andere als glücklich verliefen. Gemeinsam mit ihrer Mutter Miri lebten sie bis Herbst 2015 in einer Betongrube des behördlich geschlossenen Tierparks Enghagen in Oberösterreich. „Sie hatten weder eine artgemäße Umgebung noch wurden sie ausreichend beschäftigt“, erzählt Mairhofer. „Es war eine Welt voll Langeweile und Tristesse.“ Deshalb war es eine glückliche Fügung ihres Schicksals, als Vier Pfoten nach Jahren der Verhandlungen die Tiere schließlich retten und in den Bärenwald Arbesbach bringen konnte.

Der Bärenwald Arbesbach ist eine von mehreren Bärenauffangstationen von Vier Pfoten. Derzeit leben mit Vinzenz, Tom, Jerry, Brumca, Erich und Emma hier sechs Braunbären auf insgesamt 14.000 Quadratmetern. Für Besucher gibt es täglich zwischen 10-18h die Möglichkeit, diese faszinierenden Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. Jeden Mittwoch und Freitag um 15 Uhr, am Samstag um 16 Uhr und am Sonntag um 10:30 Uhr findet eine Führung (auch ohne Voranmeldung) statt.