80-Jähriger gründete Reisebüro. Sportler Herbert Lackner (80) gründete eigenes Reiseunternehmen. Heuer wird Finnland angeflogen.

Von Angelika Koll. Erstellt am 05. August 2020 (06:10)
Herbert Lackner mit drei Einheimischen bei einer seiner Reisen nach Kenia.
privat

Herbert Lackner aus Bärnkopf bezeichnet sich mit seinen 80 Jahren als der „vermutlich älteste Jungunternehmer Österreichs“. Er gründete heuer das Reiseunternehmen HMM Safaris.

Das war, wie sich herausstellte, nicht der perfekte Moment dafür. „Kaum hatte ich das Zertifikat in der Hand, ist Corona dahergekommen“, berichtet Lackner. Geplant hätte er eigentlich, Safaris nach Kenia zu organisieren. Wie er auf die Idee gekommen ist? „Ich war bereits früher in der Branche und habe etwa Sportreisen organisiert, also war mir das nicht ganz fremd“, erwähnt er. Außerdem habe er die letzten Winter selbst oft in Kenia verbracht. Die Idee der Safaris ist etwa, dass die Einheimischen Massai fast wie Verwandte besucht werden können. So kann deren Kultur wirklich erlebt werden. „Meine Partnerin in Kenia ist selbst Massai und hat gute Kontakte dort. Sie kann auch einiges zur Kultur erzählen“, erklärt Lackner, und: „Wir bieten auch traditionelle Hochzeitszeremonien an. Das kann ein normaler Reiseanbieter nicht.“

Bis aber wirklich solche Reisen nach Kenia stattfinden können, heißt es abwarten. Zwar seien die offiziellen Coronainfektionszahlen relativ niedrig, doch könnte das auch damit zusammenhängen, dass weniger getestet wird. Dennoch gäbe es auch in Kenia Maskenpflicht und den Shutdown von Schulen. „Wahrscheinlich können wir erst wieder nach Kenia reisen, wenn es einen Impfstoff gibt“, meint Lackner.

Der Winter wird im Norden verbracht

„Doch aufgeben war noch nie mein Motto“, betont der 80-Jährige und bietet mit HMM Safaris als Übergang stattdessen Sportreisen in das vergleichsweise sichere Finnland an. Im September soll es eine Mountainbike-Kanu-Wander Tour geben. Etwa zu der Zeit ist dort Ruska, der lappländische Herbst. Das sei ein schönes Naturereignis. Außerdem ist für den Winter eine Reihe von Langlauftouren durch den Pallas Yllästunturi National Park, einen der attraktivsten Nationalpark Finnlands, geplant.

Die meisten Reisen wird Lackner selbst begleiten. „Die Wintertermine sind fast jede Woche, da bin ich nicht immer dabei, aber ich habe dort sehr verlässliche Partner“, bemerkt er. Natürlich würden aber auch die Reisen nach Finnland nur durchgeführt werden, wenn alles offen ist, wie Lackner betont, da erst kürzlich von Finnland wieder eine Quarantäne für Einreisende aus Österreich eingeführt wurde. „Natürlich werden wir keine Buchungen durchführen sollte die Situation nicht besser werden. Es braucht sich also niemand zu scheuen sich unverbindlich anzumelden“, sagt Lackner.

Noch immer fit: Rennen über 600 Kilometer

Wenn er nicht gerade Reisen organisiert, ist der 80-Jährige noch immer sehr aktiv beim Radfahren. „Bis vor ein paar Jahren habe ich das sehr professionell betrieben, jetzt nicht mehr so“, berichtet Lackner, der mit seinem Team vor ein paar Jahren etwa noch am Race Across America teilnahm. „Ich versuche, mich fit zu halten. Viele Leute fallen in der Pension in ein tiefes Loch, aber ich muss mir immer wieder Ziele setzen“, meint der Unternehmer, der sich für fitter als die Meisten seiner Altersgenossen hält. Lackner war ursprünglich Lehrer an einer berufsbildenden Schule, kündigte dort jedoch nach 20 Jahren und machte sich selbstständig. Das nächste Radrennen, das für ihn ansteht, ist das für 18. September geplante, 600 Kilometer lange Race Around Niederösterreich, das er mit zwei Freunden bestreiten will.