14-Jähriger holte Drogen ab: „Wollte nur Freund sein“. Als Freundschaftsdienst verstand es 14-jähriger Afghane, für Waldviertler Schulkollegen (13) Drogen abzuholen.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 24. Mai 2019 (04:00)
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„Laut Schulbericht kapseln sie sich ab, sind distanziert zu den Schulkameraden und finden im Klassenverband keinen Anschluss. Sie sollen zahlreiche Fehlstunden aufweisen und mangelnde Lernbereitschaft zeigen. Stimmt das?“, will Richter Gerhard Wittmann von dem Zuwanderer (14) aus Afghanistan wissen.

„So empfinde ich das nicht“, entgegnet der 14-Jährige und meint: „Die anderen Schüler fürchten sich vor mir, und sie wollten mit mir nicht reden. Ich hatte nur einen Kontakt, den zu Maxi. Ich wollte doch nur sein Freund sein.“

„Haben Sie sich deshalb von Maxi vor den Karren spannen lassen und für ihn Drogen-Abholdienste erledigt?“, hakt der Richter nach. „Ja“, kommt es leise von dem 14-Jährigen und er gibt auch zu, dass er Maxi einen Schlagring, eine verbotene Waffe, zum Bedrohen eines anderen Schülers gegeben habe. „Maxi der Anstifter hat im Gegensatz zu Ihnen das Glück, noch nicht strafmündig zu sein“, kommentiert der Richter. „Es war alles ein Blödsinn und es tut mir sehr leid. Ich möchte die Schule beenden und dann eine Lehre machen“, verspricht der 14-Jährige Besserung.

Der bislang unbescholtene Jugendliche kommt mit einer Diversion - er muss 40 Stunden gemeinnützige Leistung erbringen - noch einmal glimpflich davon.