Erstellt am 12. Juli 2018, 04:10

von Jutta Hahslinger

20-Jähriger schwingt aus Eifersucht die Axt. „Ich wusste nicht, wohin mit meinen Emotionen“, erklärt Waldviertler Gewaltausbruch gegen Freundin. Nun sitzt er wieder ein.

Symbolbild  |  APA (Symbolbild)

„Ihre Eltern und Freunde sind gegen mich. Sie glauben, ich tue ihr nicht gut, weil ich einmal in Haft war und deshalb ein schlechterer Mensch bin. Sie glaubte, mich ignorieren zu müssen, und dann ist der angewachsene Frust an diesem Tag ausgebrochen und es ist eskaliert“, erzählt der 20-Jährige vor Gericht, und er gibt die Gewaltausbrüche gegen seine Freundin aus dem Bezirk Zwettl zu. „Ich wusste nicht, wohin mit meinen Emotionen. Ich bekam eine Nachricht, dass sie mich betrügt“, beteuert er.

„Und da schleudern Sie ihr Tablett zu Boden, dellen die Motorhaube ihres Wagens ein, schreiben ihr Morddrohungen und schwingen die Axt?“, hakt der Richter nach.

„Ja“, gibt der 20-Jährige zu und gesteht leise: „Ich bin eifersüchtig. Aber da wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht.“

„Es ist keine Mücke, wenn ich eine Axt aufziehe. Sie haben sechs Vorstrafen, zwei davon einschlägig, und drei bedingte Entlassungen brachten keinen Erfolg. Man kann nicht alles mit einer schweren Kindheit rechtfertigen“, findet Richter Gerhard Wittmann klare Worte und er verhängt über den 20-Jährigen wegen versuchter Nötigung, Morddrohngen, Körperverletzung und Suchtgiftdelikten (Besitz, Konsum und Handel mit Drogen) eine 20-monatige Gefängnisstrafe. Dazu kommen noch zwei Monate aus einer widerrufenen Strafnachsicht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.