Förderzusage: Glasfaser ist auf Schiene

Erstellt am 27. Oktober 2022 | 04:21
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Andreas Maringer, Franz Mold, Roland Zimmer, Manfred Stauderer, Josef Wagner, Herbert Stadlmann, Martin Frühwirth, Christian Laister, Willi Kolm, Lukas Brandweiner, Anton Täubler, Ewald Fröschl, Arnold Bauernfried und Friedrich Fürst bringen gemeinsam den Breitbandausbau auf Schiene.
Foto: Sebastian Dangl
Der gemeinsame Breitband-Ausbau von zehn Zwettler Gemeinden steht kurz vor dem Fördervertrag. Jetzt soll es in die intensive Planungsphase gehen.

Startschuss im Waldviertler Hochland und darüber hinaus. Der finale Fördervertrag zum flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes in zehn Zwettler Gemeinden ist so gut wie zugesagt. Damit kann es demnächst in die konkrete Planungs- und Realisierungsphase gehen. Die zehn Gemeinden sind Altmelon, Arbesbach, Bärnkopf, Groß Gerungs, Langschlag, Martinsberg, Rappottenstein, Schönbach, Bad Traunstein und der westliche Teil der Gemeinde Zwettl, vorrangig Marbach am Walde und Schloß Rosenau.

„Der vollflächige Breitbandausbau ist für unsere Region und für unsere Bevölkerung zweifelsohne das größte und zukunftsträchtigste Infrastrukturprojekt der letzten Jahrzehnte“, betont der Obmann des dahinter stehenden Vereins „FTTH Netz Waldviertel“, Christian Laister.

Region ist besonders schwer zu erschließen

 Die Bemühungen würden seit Jahren laufen, was den nun erreichten Meilenstein umso größer mache. Die Region sei nämlich besonders schwer zu erschließen. „Sechs der zehn Gemeinden zählen zu den teuersten in ganz Niederösterreich, was die Ausbaukosten betrifft“, erklärt Laister. Nichtsdestotrotz forciere man den flächendeckenden Ausbau und wolle sich nicht bloß auf die Hauptorte beschränken.

Dazu sind circa 800 Kilometer unterirdische Leitungen in einem 500 Quadratkilometer großen Gebiet nötig. Rund 15.000 Menschen sollen damit Zugang zum Glasfaser-Internet bekommen. Das Zentrum dieser Leitungen bilden 14 Ortszentralen, an denen die Stränge zusammenlaufen sollen.

44 Millionen sollen vom Bund kommen

Die Gesamtkosten: stolze 70,5 Millionen Euro. Ohne Bundesförderung unmöglich umzusetzen. Das Projekt wurde deshalb im Mai eingereicht und vor Kurzem von der Förder-Jury des Bundes grundsätzlich positiv beurteilt. Laut Laister soll die Förderung mit 44 Millionen Euro beziffert sein. Auch beim Land NÖ wurde für eine sogenannte „On Top Förderung“ eingereicht, die sich im Bereich um die 10 Millionen Euro bewegen wird. Die restlichen 16 Millionen Euro fallen schließlich auf die zehn Gemeinden zurück.

Zumindest fünf Jahre wird der Gesamtausbau dauern

Wann genau der Ausbau starten wird, steht noch nicht fest. Wenn alles glatt läuft, könne aber schon in der zweiten Jahreshälfte 2023 begonnen werden. Zumindest fünf Jahre dürfte es ab Baubeginn dauern, bis der flächendeckende Anschluss aller Gemeinden abgeschlossen ist. Das Netz soll dann als offenes Netz betrieben werden, wodurch mehrere Telekom-Unternehmen ihre Internetdienste darüber anbieten können. Besitzer der Leitungen bleibt allerdings die „FTTH Netz Waldviertel Projekt GmbH“, deren Gründung erst kürzlich beschlossen wurde. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Wertschöpfung innerhalb der Region bleibt und den Gemeinden zugutekommt. Sitz der GmbH wird in Groß Gerungs sein.

Entscheidender Schritt für Standortqualität

„Es kann jetzt so richtig losgehen. Die nächsten Schritte werden sehr fordernd sein, aber wir können stolz sein, es schon so weit geschafft zu haben“, sagt Christian Laister. Auch Franz Mold zeigt sich begeistert: „Eine leistungsfähige Internetanbindung ist heute von ganz entscheidender Bedeutung für die Standortqualität einer Region. Die Entscheidung zum gemeinsamen Breitbandausbau ist meiner Meinung nach die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Region in den nächsten Jahrzehnten.“

Als nächster Schritt sollen weitere Aktivitäten in der Projektentwicklung sowie die Beauftragung entsprechender Planungsunternehmen und Ausschreibungen für die Tiefbauarbeiten folgen.