Für Gastronomie gilt: „Bitte registrieren“. Ab 5. Oktober gilt bei oranger Corona-Ampel Registrierpflicht beim Wirten. Die NÖN hat im Bezirk Zwettl nachgefragt, wie Gastronomen damit umgehen.

Von Angelika Koll. Erstellt am 30. September 2020 (03:39)
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Die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie betreffen auch die Wirtshäuser. So müssen die Wirte ab 5. Oktober Gästelisten führen. Sollte die Ampel im Bezirk auf rot gestellt werden, wird außerdem die Sperrstunde auf 22 Uhr vorverlegt.

Derzeitige Maßnahmen funktionieren beim Mohnwirt

Rosemarie Neuwiesinger vom Mohnwirt hätte mit früherer Sperrstunde kein Problem.
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„Wir versuchen unser Bestes, die Vorgaben umzusetzen und hoffen, dass die Gäste trotzdem kommen“, erklärt Rosemarie Neuwiesinger vom Mohnwirt in Armschlag. Das Arbeiten mit der Maske funktioniere tadellos und auch die Gäste würden die Maßnahmen großteils mitmachen.

Eine vorverlegte Sperrstunde wäre für den Mohnwirt glücklicherweise kein Problem. „Wir sind ein Tagesausflugsziel. Wir kochen bis 19 Uhr und sperren oft um acht schon zu“, erklärt Neuwiesinger. Wie genau man das mit der Gästeregistrierung umsetzen wird, könne sie derzeit noch nicht sagen. Man würde noch abwarten, was von der Wirtschaftskammer ausgearbeitet wird.

Maria Schierhuber vom Gasthof Hamerling erwartet sinkende Gästezahlen.
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In dem Punkt stimmt auch Maria Schierhuber überein. Im Bezug auf Gasthaus und Zimmervermietung meint sie: „Bis jetzt ist es im Bezug auf die Gästezahlen sehr gut gelaufen.“ Mit Voranschreiten der Jahreszeit und dem Ausfall von Veranstaltungen werde es jedoch wahrscheinlich weniger werden.

Bei früherer Sperrstunde müssten Reservierungen vorverlegt werden

Benjamin Ernstbrunner vom Lagosol in Langschlag erwähnt: „90 Prozent halten sich an die Maßnahmen. Manche Gäste muss man daran erinnern, aber sonst hatten wir keine Probleme.“ Für die Registrierung wird er wohl Listen auflegen, in die sich die Gäste selbst eintragen sollten. „Ich hoffe doch, dass das funktioniert“, meint Ernstbrunner, denn das Team hätte kaum die Zeit dafür, Listen zu führen. Eine vorverlegte Sperrstunde wäre für das Lagosol schlecht, dann müsse man einige Reservierungen vorverlegen.

Auch Werner Zlabinger, Wirt der Kaminstube in Schwarzenau meint: „Ein Vorteil wäre das natürlich nicht.“ Da jedoch die Ferien vorbei sind, seien die normalen Essensgäste nun bis 22 Uhr wieder weg. Für die Listen werde man die Gäste wohl gleich bei der Reservierung aufschreiben. Sollte jemand unangekündigt kommen, wird er bei der Ankunft registriert. Ansonsten hofft Zlabinger, dass sich die Situation in den nächsten Wochen wieder bessert, derzeit seien die Gästezahlen rückläufig.

Maßnahmen waren zu erwarten

Dass wieder verschärfte Maßnahmen kommen würden, sei jedoch schon im Sommer zu erwarten gewesen, meint Michael Schindler von der Goldenen Rose in Zwettl. Wie die Registrierung ablaufen wird, hat er noch nicht genau überlegt, meint aber: „Die Angst, dass das Geschäft dann einbricht, ist natürlich da.“ Man versuche die Auflagen so gut als möglich umzusetzen, was aber nicht immer funktioniere. Zur Masken-Wiedereinführung berichtet er: „Das hat am Montagvormittag einmal gar nicht funktioniert. An den folgenden Tagen ist es besser geworden. Viele Gäste wissen so wie wir Wirte nicht, was man jetzt eigentlich darf.“

Für Rudi Hirsch braucht es eine Nachjustierung der derzeitigen Vorgaben.
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Rudi Hirsch vom Wirtshaus Hirsch delikatESSEN in Groß Gerungs erwähnt: „ Gäste fragen immer noch beim Reingehen, ob sie eine Maske brauchen, obwohl die Piktogramme aufgehängt sind.“ Auch die Vorgabe nicht an der Schank zu sitzen, würden nicht alle annehmen. Die verpflichtende Registrierung der Gäste ändert für Hirsch nichts: „Das machen wir bisher schon, seit wir wieder offen haben.“ Jedoch würden die Vorgaben, so wie sie nun verabschiedet wurden, nicht funktionieren. Der Gast ist nicht verpflichtet, sich registrieren zu lassen, der Wirt hat aber die Pflicht Listen zu führen. „Da braucht es eine Nachjustierung“, meint Hirsch.

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