Für Vater zur Diebin geworden: "Musste Raten zahlen"

Erstellt am 27. September 2018 | 04:00
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Prozess Gericht Symbolbild
Der Angeklagte wurde zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt.
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„Ich musste Raten zahlen, sonst wären wir aus Haus geflogen“, beteuert Diebin Zwangslage.

Als Disponentin bei einer Transportfirma im Bezirk Zwettl hatte eine 26-Jährige jederzeit Zugriff auf zwei Handkassen des Unternehmens. „Ich habe keine andere Möglichkeit gesehen. Mein Vater hat seine Arbeit verloren, und er konnte die Hypotheken für unser Haus nicht mehr bezahlen. Ich habe ihn immer unterstützt und auch geholfen, die Raten zu zahlen. Aber mein Geld reichte für alle Schulden nicht aus. Die Familie wäre aus dem Haus geflogen, wir hätten es verloren“, erzählt die 26-Jährige unter Tränen über ihre damalige Zwangslage, und sie gibt schluchzend zu:

„Ja, ich habe das Geld aus den Kassetten gestohlen. Ich weiß, das war nicht in Ordnung, aber ich sah keinen anderen Ausweg. Ich wollte das gestohlene Geld von 8.356 ja wieder zurückgeben. Aber bevor es dazu gekommen ist, bin ich aufgeflogen.“

„Sie sind erstmals mit dem Gesetz in Konflikt geraten, und haben ein reumütiges Geständnis abgelegt. Sie haben in einer Zwangslage und nicht aus Geldgier oder Eigennutz gehandelt“, wertet Strafrichter Gerhard Wittmann die Verantwortung der Beschuldigten mildernd und verhängt über die Beschuldigte wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls eine bedingte Freiheitsstrafe von fünf Monaten.

Die 26-Jährige bedankt sich für das milde Urteil und seufzt: „Ich habe einen guten Job verloren. Das ist die härtere Strafe.“