Geschäfte sind zu: Kein Tattoo wegen CoV. Für körpernahe Dienstleister heißt es in der Regel: „Weiter warten.“

Von Markus Füxl. Erstellt am 03. Dezember 2020 (04:51)

Neben Handel und Gastronomie mussten während des zweiten Lockdowns auch die „körpernahen Dienstleister“ ihre Pforten schließen. Wie geht es ihnen mit der Situation?

Piercings: Persönliche Beratung fehlt

Christa Ringl betreibt seit über 20 Jahren ein Piercing-Studio in Echsenbach. Ihr Geschäft ist geschlossen: „Ich will auch meine Kunden schützen. Aktuell nutze ich die Zeit für die Buchhaltung“, erklärt sie.

Man merke, dass ihre Kunden schon auf neue Termine warten: „Im Waldviertel gibt es nicht an jedem Eck ein Piercing- oder Tattoostudio. Auch die Beratung vor Ort ist einfach wichtig, etwa wenn Schmuck kaputt geht.“ Ringl komme mit der Situation gut klar: „Wenn ich wieder aufsperre, kommen die Kunden wieder.“

Orthopädie: Shop hat weiter offen

Das Orthopädie-Geschäft von Stefanie Kroihs in Zwettl hat auch im Lockdown geöffnet. Der Grund: „Wir stellen Hilfs- und Heilmittel her“, erklärt sie. Bei ihren Kunden achtet sie auf Abstand, maximal drei Personen dürfen gleichzeitig im Shop stehen. „Wir tragen FFP2- oder FFP3-Masken und desinfizieren regelmäßig. Auch unsere Werkstatt ist ganz normal besetzt“, sagt Kroihs.

Beim ersten Lockdown musste aber auch sie schließen und ihre Mitarbeiter für drei Monate in Kurzarbeit schicken. „Als wir wieder aufsperrten, war der Andrang groß. Aktuell kommen die Leute vereinzelt, es ist deutlich ruhiger als üblich. Wir versuchen auch, bereits ausgemachte Termine normal weiterlaufen zu lassen“, erklärt die Orthopädin.

Heilmasseur: Weniger Behandlungen

Auch der Heilmasseur Peter Huber hat weiter offen. „Ich darf über die Verordnung weitermachen. Solange es für meine Patienten in Ordnung ist, ist mir das auch Recht.“ Mundschutz und regelmäßiges Desinfizieren darf auch bei ihm nicht fehlen. Im Behandlungsraum ist immer nur ein Kunde.

Weil weniger in den Spitälern operiert wird, spürt er einen deutlichen Rückgang bei den Behandlungen: „Das ist ein ordentlicher Einschnitt.“ Beim ersten Lockdown im Frühjahr hatte er sechs Wochen lang geschlossen. Die Hilfszahlungen waren dürftig, meint er: „Wir haben damals sehr wenig bekommen.“

Tattoo: Kein Körperschmuck

Auch die Nadel von Dietmar Hofbauer steht still: Er ist Tättowierer in Zwettl und sagt zur Schließung: „Ich komme eigentlich gut drüber.“ Die erhöhten Hygienemaßnahmen durch Corona seien auch kein Problem, denn er sei das Arbeiten mit Mundschutz ohnehin gewöhnt.