Hygienefachkraft: „Situation ist angespannt“. Erhöhte Hygienevorschriften im Spital. Akutversorgung ist gewährleistet.

Von Markus Füxl. Erstellt am 08. April 2020 (04:21)
Sabrina Mörzinger, Roman Groß, Karin Göschlova, Daniela Traxler, Wolfgang Almeder, Rosmarie Rosenkranz, Katharina Schrammel (hinten), Sandra Halmetschlager, Matthias Honeder, Andreas Klinger, Thomas Göls vom Krankenhaus Zwettl.
Landesklinikum Zwettl

Alle Hände voll zu tun haben aktuell die Mitarbeiter des Landesklinikums Zwettl. Hygienefachkraft Jürgen Friedl sagt: „Es ist natürlich eine angespannte und schwierige Situation für alle Mitarbeiter im Haus. Niemand hat eine solche Situation bisher in seinem Berufsleben erlebt.“

Operationen teilweise verschoben

Die Versorgung von geplanten Eingriffen und Untersuchungen sei laut Friedl in den Hintergrund gerückt. „Alle Patienten werden jedoch weiterhin in der gewohnten medizinischen Qualität von unserem hervorragenden Team versorgt und die Akutversorgung ist zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.“

 „Es ist eine angespannte Situation für unsere Mitarbeiter. Niemand hat eine solche Situation bisher in seinem Berufsleben erlebt.“ Hygienefachkraft Jürgen Friedl

 Der Zugang zum Klinikum ist auf einen Eingang beschränkt. Dort erfolgt eine „Vorsortierung“, um Verdachtsfälle zu erkennen. „Diese werden bei Versorgungsbedarf in einem dafür vorgesehenen Bereich durch speziell geschultes Personal unter den notwendigen Schutzmaßnahmen behandelt“, erklärt Thomas Schmallegger, stellvertretender Regionalmanager. Zudem herrscht ein generelles Besuchsverbot. Ausgenommen davon sind Kinder und der Palliativbereich, auch Väter sind bei der Geburt zugelassen.

Genügend Personal vorhanden

Durch die Reduktion des planbaren Programmes steht dem Haus aktuell genügend Personalkapazität zur Verfügung. „Wir erwarten auch zusätzliche Unterstützung durch Zivildiener und freiwillige Medizinstudenten. Zum Schutz des Personals gibt und gab es zum Beispiel Schulungen betreffend Verhaltensregeln und Umgang mit Verdachtsfällen“, erklärt Schmallegger. Die Hygienebeauftragten, Ärztin Biserka Dangl und Jürgen Friedl, sind derzeit, wie viele andere Mitarbeiter des Hauses, überdurchschnittlich im Einsatz, um Fragen zu beantworten und zu unterstützen.

Regionalmanager Reifschneider lobt Mitarbeiter

Der Regionalmanager Andreas Reifschneider hebt die Leistungen der Mitarbeiter hervor: „ In dieser speziellen Situation sind alle gefordert. Besonders sind alle hervorzuheben, die direkt mit den Patienten, am Bett, in der Versorgung, der Logistik, der Administration, Technik, Reinigung, Küche und Verwaltung arbeiten. Ihr leidenschaftlicher und engagierter Einsatz ermöglicht die Aufrechterhaltung der gewohnt hervorragenden medizinischen Versorgung.“

„Extreme“ Einhaltung von Hygienevorschriften

Auch im Landesklinikum Horn-Allentsteig wurden entsprechende Maßnahmen getroffen. So wird auch dort beim Eingang eine Kontrolle und Trennung der Patientenströme vorgenommen. Außerdem wird auf der Aufnahmestation von den Mitarbeitern Mund-Nasen-Schutz verwendet. Es gelte „extreme Einhaltung der Hygienevorschriften und des Abstand-Haltens“, heißt es in einer Aussendung. So sei es gelungen, die Landeskliniken Horn und Allentsteig als eine der wenigen Kliniken in Niederösterreich Covid-frei zu halten.

„Unser Appell ‚Wir bleiben für Euch hier – bitte bleibt Ihr für uns Zuhause‘. Nur wenn alle, sowohl Patienten als auch Mitarbeiter der Kliniken an einem Strang ziehen, gelingt es uns, die größte Herausforderung dieser Zeit zu überstehen“, betont die Klinikleitung.

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