Ist das E-Auto die Zukunft?. Die NÖN sprach mit Nutzern von Elektroautos im Bezirk. Ihre Bilanz fällt positiv bis gemischt aus.

Von Angelika Koll. Erstellt am 17. Juli 2019 (04:43)
Koll
Positive Bilanz: Rainer Müller aus Echsenbach hat sich nach dem EVN-Versuch in seinem Ort ein Elektrofahrzeug zugelegt.

Sind E-Autos die Fahrzeuge der Zukunft? Die steigenden Zahlen an batterieelektrischen Fahrzeugen im Bezirk Zwettl mögen darauf hindeuten. Die Autohäuser und E-Auto- Besitzer sind trotz genereller Begeisterung für die Technik jedoch geteilter Meinung, ob damit der Verbrennungsmotor gänzlich abgelöst werden kann.

Zufrieden ist man mit den Verkaufszahlen im Autohaus Böhm in Ottenschlag. Hier setzt man schon seit Jahren auf batterieelektrische Fahrzeuge und wurde 2017 sogar zum Top E-Autohaus in Niederösterreich ernannt. „Wir verkaufen im Jahr in etwa 30 E-Autos an Kunden aus der Gegend und von außerhalb“, erklärt Betriebsleiter Martin Schmuckenschlager.

„Zu 99 Prozent fahre ich mit dem E-Auto, nicht nur wegen der Umwelt, sondern es ist einfach ein angenehmes Fahrgefühl.“E-Auto-Besitzer Rainer Müller

Doch nicht alle sind überzeugt, ob rein batterieelektrische Fahrzeuge wirklich der Weisheit letzter Schluss sind. Bei Toyota Bauer werden momentan nur Hybrid-Autos angeboten und keine reinen E-Autos. Diese machen dafür 70 bis 80 Prozent der verkauften Neuwagen aus. Verkäufer Tobias Mayerhofer-Sebera meint:

„Die reine Elektro-Technik wird sich nicht durchsetzen, denn durch die Herstellung der Batterie belasten auch E-Autos die Umwelt. Es wird in Zukunft eine Mischung aus verschiedenen Konzepten geben. Wir hätten zum Beispiel schon längst Wasserstoffautos im Programm, wenn es dafür Tankstellen gäbe.“

184 E-Autos im Bezirk Zwettl

Mit einer Anzahl von 184 E-Autos im Bezirk liegt Zwettl im Waldviertel-Vergleich an zweiter Stelle hinter Waidhofen. 23 Fahrzeuge davon sind seit Anfang des Jahres hinzugekommen. Der Anteil an den neu zugelassenen Wagen im ersten Halbjahr 2019 liegt mit 2,5 Prozent jedoch unter dem Niederösterreich-Durchschnitt von 2,8 Prozent E-Autos aller Neuzulassungen.

Was das E-Tankstellennetz betrifft, so ist dieses bereits sehr weit ausgebaut. In Niederösterreich sind 933 öffentliche Ladestellen verzeichnet. Der Bezirk Zwettl besitzt davon 38. Gemeinsam mit Waidhofen ist man somit zahlenmäßig im Waldviertel vorne.

Die Reichweite bleibt dennoch ein großes Thema. Für viele Zwettler Firmen, die bereits E-Autos in ihrem Besitz haben, ist dies mit ein Grund Benzin- oder Dieselfahrzeuge nicht gänzlich ersetzen zu können.

Die Privatbrauerei Zwettl etwa besitzt zur Zeit vier rein elektrische Fahrzeuge, sowie ein Hybridauto und plant bereits ein fünftes E-Auto anzuschaffen.

Hoffen auf mehr Reichweite

Fuhrparkleiter Franz Kolm erklärt: „Wo wir sie einsetzen können sind wir sehr zufrieden damit, denn E-Autos sind für die Firma günstiger. Probleme gibt es aber bei längeren Strecken, außerdem haben sie keinen großen Kofferraum.“ Aufgeladen werden können die E-Autos aber gleich am Firmengelände, wo zwei auch öffentlich zugängliche Tankstellen zur Verfügung stehen.

Auch Markus Maurer, der Firmenleiter von Farben Maurer in Annatsberg, hofft auf eine technische Verbesserung der Reichweite: „Momentan habe ich ein E-Auto im Firmenbesitz. Wenn die Fahrzeuge mehr Reichweite haben, kann ich mir vorstellen in ein bis zwei Jahren auf mehr E-Autos umzustellen.“

Rainer Müller, privater E-Auto-Besitzer aus Echsenbach, sieht darin kein großes Problem. Mit der Schnellladefunktion ist sein Fahrzeug an einer öffentlichen E-Tankstelle immerhin in einer halben Stunde wieder aufgeladen. „Umständlich ist, dass man bei jedem Tankstellenanbieter eine andere Ladekarte benötigt, auch ins Ausland zu fahren wäre schwierig. Man muss seine Reise immer vorher planen“, erklärt Müller. Trotz solcher Schwierigkeiten ist er jedoch vom Elektrofahrzeug begeistert: „Zu 99 Prozent fahre ich mit dem E-Auto, nicht nur wegen der Umwelt, sondern es ist einfach ein angenehmes Fahrgefühl.“

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