Kampf um Sozialhilfe. Rachsüchtige Anzeige: Zweifachmama wurde vom Betrugsvorwurf rechtskräftig freigesprochen. Nun kämpft sie darum, das gestrichene Geld retour zu bekommen.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 21. Januar 2020 (14:55)
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Die Beziehung einer Waldviertlerin ging in die Brüche und sie bezog mit ihren beiden Kindern ein Haus im Bezirk Zwettl. Das hatte die Zweifachmama noch mit dem Ex-Partner angemietet. Wegen der gemeinsamen Kinder habe sie keinen Sorgestreit vom Zaun gebrochen und sich um ein harmonisches Miteinander bemüht.

Anwalt Franz Eckl erkämpfte einen Freispruch.
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Der Ex-Partner habe sich dann auch liebevoll um die Kinder bemüht und ihr ab und zu geholfen, wenn Fahrten etwa zu Arzttermine, anstanden. Sie habe keinen Führerschein gehabt, damals, schildert die 48-Jährige vor Gericht. Eine intime oder wirtschaftliche Partnerschaft habe es aber nicht mehr gegeben. Das wäre von der Behörde, bei einem unangemeldeten Besuch, auch kontrolliert worden, nachdem sie Sozialhilfe beantragt und auch bekommen hatte. Damit sei es vorbei gewesen, nachdem sie die Hausvermieterin bei der BH Zwettl wegen Sozialbetruges mit der Behauptung „Sie lebt gar nicht alleine“, angezeigt hatte, erzählt die Waldviertlerin von der Streichung der Sozialhilfe.

„Anzeige war eine Retourkutsche“

Der Ex-Partner habe öfters im Haus übernachtet, aber im Gästezimmer, beteuert die Waldviertlerin. Eine weitere Kontrolle habe es nicht gegeben: „Die Bezüge wurden mir einfach gestrichen. Die Anzeige war eine Retourkutsche der Vermieterin, weil sie glaubt, durch unsere Sanierungsarbeiten am Zaun einen Teil ihres Grundstücks verloren zu haben.“

Richterin spricht Mutter frei

„Rasen mähen und einige Übernachtungen im Haus reichen nicht aus. Man muss doch froh sein, wenn sich der Vater um die Kinder kümmert und die Mutter unterstützt“, befindet die Richterin und spricht die Waldviertlerin schließlich vom Vorwurf des Sozialbetruges rechtskräftig frei.