Oma verzeiht Enkelin Attacke mit Busserl. Im Zustand geistiger Verwirrung riss 26-Jährige ihrer Oma Kette vom Hals und schlug mit Schuh auf sie ein: Bedingte Einweisung.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 14. Januar 2020 (14:45)
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Ruhig und gefasst präsentiert sich eine Waldviertlerin (26) dem Schöffensenat. Die Behandlung und Medikation nach den Vorfällen im August vergangenen Jahres zeigen bei der 26-Jährigen offensichtlich eine positive Wirkung. Das bestätigt auch der psychiatrische Gutachter Werner Brosch, der bei der Waldviertlerin eine Alkohol- und Drogensucht und eine schwere Persönlichkeitsstörung feststellte.

Am 25. August vergangenen Jahres stattete die Waldviertlerin ihrer 76-jährigen Großmutter einen Besuch ab und begann Bier, Wein und Schnaps zu trinken. Als die Oma dann versuchte, ihr die Schnapsflasche wegzunehmen und sie aufforderte, das Haus zu verlassen, rastete die Enkelin aus.

Sie riss der 76-Jährigen die Kette vom Hals, schlug mit einem Schuh auf sie ein, setzte ihr ein Messer an den Hals und drohte ihr mit dem Umbringen. Fünf Tage später wehrte sie sich mit Gewalt gegen eine Behandlung und die Verbringung in die Psychiatrie.

"Ich weiß nicht, was mir damals eingefallen ist"

„Es geht mir jetzt besser. Ich sehe jetzt ein, dass ich Hilfe und eine Therapie brauche. Ich weiß nicht, was mir damals eingefallen ist. Ich verstehe mich doch gut mit der Omi und liebe sie“, gibt sich die 26-Jährige einsichtig. und reumütig.

Sie kann auf den Rückhalt der Familie zählen: Sie haben einen Betreuungsplatz für die 26-Jährige gefunden. Das Opfer (76) schickt der Enkelin Kusshände zu und entschlägt sich der Aussage.

Der Schöffensenat ordnet die bedingte Einweisung (mit fünfjähriger Probezeit) der Kranken an. Die Waldviertlerin muss sich zudem in Zukunft regelmäßig fachärztlichen Kontrollen unterziehen.