Politische Arbeit steht beinahe still. Wichtige Entscheidungen in den Gemeindestuben werden aktuell aufgeschoben.

Von Markus Füxl und Angelika Koll. Erstellt am 03. April 2020 (12:20)
„Wichtige Entscheidungen können gerade nicht getroffen werden“: Der Bezirksobmann beim Niederösterreichischen Gemeindebund, Maximilian Igelsböck, hält mit den Stadträten in seiner Gemeinde Groß Gerungs aber regelmäßigen Kontakt per Handy.
Gemeinde

Mit dem Erstarren des gesellschaftlichen Lebens ruhen aktuell auch die Gemeindestuben im Bezirk Zwettl. Die politische Arbeit gestaltet sich in Corona-Zeiten schwierig.

Der Bezirksobmann beim Niederösterreichischen Gemeindebund und Bürgermeister in Groß Gerungs , Maximilian Igelsböck, sagt dazu: „Wichtige Entscheidungen für die Gemeinde können nicht getroffen werden. Das ist aber auch nicht notwendig, da ohnehin alles runtergefahren ist.“ Er halte per WhatsApp und Telefon laufend Kontakt mit dem Gemeindevorsitz. In unregelmäßigen Abständen finden auch Stadtrat-Sitzungen im großen Sitzungssaal mit einigen Metern Abstand statt. Positiv sei: „Man kommt dazu, Dinge aufzuarbeiten, zu denen man schon länger nicht gekommen ist“, sagt Igelsböck.

Auch im Norden des Bezirks ruht die Gemeindearbeit, so sagt Bürgermeisterin Silvia Riedl-Weislbraun in Göpfritz : „Es ist alles stillgelegt. Wir sind jetzt einfach für die Bevölkerung da. Im Nachhinein wartet aber sicher viel Arbeit.“ Videokonferenzen seien nicht nötig.

In Allentsteig wurde die konstituierende Sitzung aufgeschoben. Dort war, wie berichtet, die Wahl angefochten worden – der Anfechtung wurde damals nicht stattgegeben.

„Marathonsitzungen“ nach Corona erwartet

Auch in der an Bewohnern gemessen kleinsten Gemeinde im Bezirk ruht die Arbeit, sagt Bürgermeister Arnold Bauernfried in Bärnkopf: „Größere Bauprojekte werden wir wahrscheinlich um ein Jahr nach hinten verschieben, das ist aber kein Problem.“ Eventuell werde es zu „Umlaufbeschlüssen“ kommen. Das bedeutet, dass die Gemeinderäte per E-Mail über einen Tagesordnungspunkt abstimmen können.

Auch in Gutenbrunn stehen große Vorhaben, etwa der geplante Wohnungsbau. Dass sich dieser verzögert, sei aber nicht schlimm, sagt Bürgermeisterin Adelheid Ebner: „Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.“ Wenn möglich, soll für andere Projekte mit Ferngutachten gearbeitet werden. „Die Information an die Bewohner müssen wir aber aufschieben“, sagt Ebner. Für die Zeit nach dem Coronavirus dürfte es dafür Schlag auf Schlag gehen: „Das werden richtige Marathonsitzungen“, sagt Ebner.