Polizei warnt vor Telefon-Betrügern. Zwei Frauen im Bezirk Zwettl fielen auf Betrugsmasche hinein. Sie übermittelten falschem Microsoft-Mitarbeiter ihre Passwörter. Jetzt sind tausende Euro weg.

Von Markus Füxl. Erstellt am 20. Februar 2019 (04:00)
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Zu zwei besonders schweren Betrugsfällen kam es in den letzten Wochen im Bezirk Zwettl: Betrüger gaben sich laut Polizei am Handy als Microsoft-Mitarbeiter aus und erbeuteten so mehrere Tausend Euro.
So kontaktierte vor wenigen Wochen ein Mann über das Handy eine Frau im mittleren Alter aus dem Bezirk Zwettl.

Er gab sich als Mitarbeiter der Firma Microsoft aus und warnte die Frau vor einem angeblichen Virus, der ihr Computer befallen habe. Unter seiner Anleitung installierte die Frau ein Programm, über das der Mann sämtliche Aktivitäten verfolgen konnte. Um herauszufinden, wo genau der Virus sei, müsse die Frau einige kleine Überweisungen per e-Banking durchführen.

Sohn unterbrach Abzock-Telefonat

Die Zwettlerin kam der Aufforderung nach und gab ihre Zugangsdaten ein. Sie übermittelte dem falschen Microsoft-Mitarbeiter auch die TAN-Nummern (kurze Einmalcodes, die für eine Überweisung notwendig sind, Anm.) und eine Kopie ihres Reisepasses.

Der Betrüger führte schließlich etwa zehn Überweisungen durch, bevor der Sohn der Frau zum Telefonat dazu kam und es unterbrach. Zu spät, denn der Schaden war bereits angerichtet: Der falsche Microsoft-Mitarbeiter erleichterte die gutgläubige Frau um einen niedrigen vierstelligen Betrag.

Mit der Kopie des Reisepasses dürfte der Betrüger ein Konto auf den Namen der Frau eröffnet haben wollen, um dieses bis zur Belastungsgrenze zu überziehen. In solchen Fällen sei es schwierig, zu überprüfen, ob so ein gefälschtes Konto bereits existiere, heißt es seitens der zuständigen Polizeiinspektion. Das Finanzamt könne das nicht eigenständig überprüfen und bis es zu einem entsprechenden Gerichtsurteil kommt, haben die Täter die Konten meist wieder aufgelassen.

Auf die gleiche Masche fiel eine etwa 60-jährige Akademikerin, ebenfalls aus dem Bezirk Zwettl, vor kurzem hinein. Auch sie wurde von einem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter telefonisch kontaktiert und angeleitet, ihre Verfügernummer, Zugangsdaten und TAN bekannt zu geben. Der Betrüger erbeutete so einen mittleren fünfstelligen (!) Betrag.

Dunkelziffer ist bei Cyberkriminalität hoch

Auf Nachfrage der NÖN bei Zwettler Bezirkspolizeikommandant Rudolf Mader bestätigt dieser einen Anstieg bei der Cyberkriminalität: „Nur mehr sehr einfach gestrickte Räuber gehen mit einer Waffen-Attrappe in die Bank. Wenn sie sich mit dem Internet auskennen, machen sie mittlerweile so ihr Geld.“

So sind in den letzten Jahren im Bezirk Zwettl etwa fünf dieser Fälle bekannt geworden. Die Dunkelziffer dürfte viel höher liegen, so Mader: „Viele Geschädigte schämen sich, auf diese Maschen hineingefallen zu sein und zeigen es nicht an.“

Er rät, keinesfalls auf Nachrichten oder Sicherheitswarnungen von Microsoft zu reagieren. Microsoft versendet keine Nachrichten an Kunden, in denen persönliche Daten abgefragt werden. Wenn sich solche Mitteilungen nicht schließen lassen, starten Sie den Computer neu.

Sollten Sie bereits auf den Betrugsversuch hereingefallen sein, ändern Sie auf einem anderen PC ihre Konto- und Zugangsdaten und lassen Sie die Kreditkarte sperren. Darüber hinaus empfiehlt es sich, regelmäßig einen Virenscan durchführen zu lassen und das System allenfalls neu aufzusetzen.

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