Spendensammlung: Gedenken an Kriegsopfer

Erstellt am 29. Oktober 2022 | 05:03
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Im Unterschied zu zivilen Gräbern fallen die Gräber der Kriegstoten keiner Auflassung anheim. Sie genießen ein dauerndes Ruherecht. Das Schwarze Kreuz widmet sich dem Erhalt dieser Gräber, Kameradschaftsbund hilft Geld sammeln.

Gräber, Friedhöfe und Gedenkstätten für die Soldaten als auch für zivile Opfer, die politisch Verfolgten und die umgekommenen Flüchtlinge der vergangenen Weltkriege pflegt das Schwarze Kreuz.

Kardinal Schönborn schien in einem Beitrag zum 100-jährigen Jubiläum des Schwarzen Kreuzes die gegenwärtigen kriegerischen Ereignisse vorhergesehen zu haben. „Unzähliges Leid geschieht auch heute in den vielen Konfliktherden dieser Welt. Wenn wir dieser Opfer gedenken, geschieht dies auch immer unter Tränen und Schmerzen. Erleben wir nicht heute schon den Beginn eines Dritten Weltkrieges? Kriegsgräber sind für uns immer Erinnerung und Mahnung an die Folgen des Krieges.“

Allerheiligen und Allerseelen sind jene Gedenktage, an denen auch der Toten der Weltkriege gedacht wird. Offizielle Kranzniederlegungen und Gedenkgottesdienste sind ein Ausdruck der Verbundenheit mit dem tragischen Schicksal gewaltsam verstorbener Menschen.

In vielen Gemeinden im Bezirk finden an diesen Tagen traditionelle Kranzniederlegungen und Gedenkfeiern statt, natürlich auch am Soldatenfriedhof in Allentsteig. 3.900 Soldaten der ehemaligen Deutschen Wehrmacht wird hier gedacht. In Gmünd und Sigmundsherberg gibt es Feiern zum Andenken der verstorbenen Flüchtlinge aus dem Ersten Weltkrieg.

Franz Rabl (Topothek Göpfritz) begleitete oft seinen Vater, den Ökonomierat Franz Rabl (gestorben 2007) aus Ludweis-Aigen (Bezirk Waidhofen), zu solchen Veranstaltungen. Franz Rabl sen. hatte knapp vor Ende des Zweiten Weltkrieges noch einrücken müssen, daraus ergab sich seine Tätigkeit beim Österreichischen Schwarzen Kreuz (ÖSK), dessen Präsident er von 1991 bis 2005 war.

Die Neugründung des ÖSK erfolgte 1945. Das Aufgabengebiet der Grabpflege beschränkte sich nicht mehr auf Gräber kriegsbedingt gefallener Soldaten und durch Bombardements vernichteter Menschenleben, sondern auch um tausende Opfer politischer Gewalt. Die Richtlinien des Wirkungskreises des ÖSK wurden im Innenministerium festgelegt. Das ÖSK hat als Verein völlig unpolitisch zu agieren.

Sammlung an Eingängen zu Friedhöfen

Die Erhaltung und Restaurierung so mancher Grabanlagen erfordert eine permanente Betreuung und Finanzierung. Dazu meinte der Präsident des Kameradschaftsbundes und Kurator des Österreichischen Schwarzen Kreuzes in Niederösterreich, Josef Pfleger aus Horn: „Die Erhaltung und Pflege der gefallenen und in Gefangenschaft umgekommenen Kameraden ist für uns eine Ehrensache. Unsere Freiwilligen stehen daher auch heuer wieder an den Friedhofs-Toren und sammeln für die Kriegsgräberfürsorge.“

Die Corona-Pandemie führte in den vergangenen zwei Jahren zu einem 70-prozentigen Einbruch der Sammelergebnisse.