Trockenheit: Fehlender Regen bringt Probleme

Erstellt am 30. März 2022 | 04:50
Lesezeit: 4 Min
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Die im Herbst abgefischten Teiche füllen sich durch den Mangel an Regen nur sehr langsam.
Foto: Sonja Eder
Trockene Böden verhindern Aufkeimen von Saat, ohne Regen füllen sich Fischteiche nur langsam. Die Brunnen der Region Zwettl sind aber noch ausreichend gefüllt.

Wochenlanges Schönwetter mag zwar auf die Psyche positiv wirken, der fehlende Niederschlag jedoch ist zum Problem geworden.

Dietmar Hipp
Im trockenen Boden wachsen die jungen Pflanzen nicht so gut. Dietmar Hipp, Obmann der Bezirksbauernkammer Zwettl, ist besorgt.
Foto: privat

Stark betroffen von der andauernden Trockenheit ist die Landwirtschaft. Dietmar Hipp, Obmann der Zwettler Bezirksbauernkammer, spricht gar von einem Totalausfall an Niederschlag. Die Böden sind stark ausgetrocknet. Für die Getreidekulturen sind das keine guten Nachrichten. „Der hinzukommende Wind hat die Situation sicherlich noch verschärft“, meint Hipp. Man merke die Trockenheit auch an der Luftfeuchtigkeit, die bereits Werte aufweise, die mit Wüstengebieten vergleichbar seien. Bei dieser Trockenheit können die ausgesäten Sommerkulturen nicht keimen. Er ist er besorgt.

Viele Alternativen bleiben Landwirten nicht. „In unserer Region gibt es das Klima nicht her, dass wir viel Anderes anbauen könnten“, meint Hipp.

Kulturenwechsel durch Frost kaum möglich

Für viele Kulturen gäbe es zu früh schon Frost. Der Anbau von Lupine werde vermehrt versucht, sei aber am Markt nicht sehr gefragt, da relativ unbekannt. Für die Zukunft rät Bezirksbauernkammerobmann Hipp zu einer eher konservierenden Bodenbearbeitung, also dazu, den Boden weniger zu bewegen. Insbesondere für Biobetriebe sei dies in der Praxis quasi nicht umsetzbar, so Hipp.

Ebenfalls Probleme bereiten kann die Trockenheit in der Forstwirtschaft. „Es findet nun die Entwicklung der Schädlinge statt, und hat der Baum nicht genügend Saft, kann er sich nicht wehren“, so Hipp. „Es ist aber noch zu früh, um Aussagen zu treffen, wie sich die aktuelle Trockenheit auf die Wälder auswirkt.“

In der Gemeinde Langschlag sei die Wasserversorgung bisher kein Problem, doch in der Landwirtschaft schlage sich die Trockenheit nieder. „Der Anbau steht bei uns erst bevor“, erklärt Bürgermeister Andreas Maringer und bezieht sich auf die höheren Lagen. „Das Wintergetreide kämpft derzeit aber“, so Maringer.

Auch in Groß Gerungs gibt es aufgrund der extremen Trockenheit in der Landwirtschaft große Angst, dass die Saat nicht gut aufgehen könnte. Bei den Brunnen merke man die Trockenheit noch kaum, doch Bürgermeister Christian Laister befürchtet: „Es wird zum Problem, wenn die Trockenheit andauert. Auch wenn es jetzt ein bisschen regnet, sind die Wasserreserven nicht gleich wieder aufgefüllt.“ Ein geringer Niederschlag könne nur kurzfristig Erleichterung für die Landwirtschaft bringen.

Derzeit habe man in der Gemeinde Pölla ebenfalls noch kein Problem mit der Wasserversorgung, doch Bürgermeister Günther Kröpfl erwähnt, dass man sich Gedanken mache, wie die Versorgungssicherheit auch in Zukunft sicherzustellen ist. In der Pfarre Franzen haben immerhin alle Bewohner Hausbrunnen. Bis 2035 will man laut Kröpfl die Versorgung mit Trinkwasser bei Bedarf auch anderweitig sicherstellen können.

„Wir haben das Glück, dass wir ein bisschen Schnee hatten“, erklärt Ottenschlags Bürgermeister Paul Kirchberger. Wasser habe man also genug, und die Brunnen seien gut versorgt. Doch an der Landwirtschaft geht auch hier die Trockenheit nicht spurlos vorbei.

Der Wasserstand in Teichen ist niedriger

In der Teichwirtschaft hält sich das Problem noch in Grenzen. Doch: „Die Teiche brauchen wahnsinnig lange, um sich zu füllen“, erwähnt Günther Gratzl von der Ökostation Waldviertel. Wenn der Niederschlag weiterhin ausbleibt, würden vor allem größere Teiche nicht voll werden, und das wirkt sich auf die Produktion aus. „Im Fließgewässer werden es die Wasserkraftwerke merken“, meint Gratzl. Weniger Durchfluss bedeutet hier weniger Energie.

Fischereimeister Sepp Ploner von Stift Zwettl bemerkt die Auswirkungen des trockeneren Klimas bereits seit einigen Jahren: „Die Teiche wachsen immer mehr zu. Der Wasserstand ist niedriger.“ Weniger Tiefe bedeutet natürlich wärmeres Wasser. Dies sei für den Karpfen nicht so tragisch, doch die Vielfalt an Fischen leide. Außerdem fehlt es bei niedrigerem Wasserstand an Fläche, was sich sehr wohl auch auf die Produktionsmenge auswirke.

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