Umfahrung rückt näher. "Österreichweit einzigartig": Ohne Einsprüche seitens der Bevölkerung fand Verhandlung über geplante Umfahrung zwischen Zwettl und Vitis statt. Die NÖN hat das Video: So soll die Strecke aussehen.

Von Markus Füxl. Erstellt am 03. Juni 2020 (05:56)
Präsentierten die geplante Umfahrung Großglobnitz-Kleinpoppen in Echsenbach: Elisabeth Ransmayr, Helmut Mader, Klaus Grulich und Michael Platzer.
Markus Füxl

Die geplante Umfahrung Großglobnitz-Kleinpoppen nimmt Fahrt auf: Eine öffentliche Verhandlung über die Umweltverträglichkeitsprüfung fand am 20. Mai im Gasthaus Klang in Echsenbach statt.

Michael Platzer, der stellvertretende Abteilungsleiter der Landesstraßenplanung, gab dabei einen Überblick. So soll der Verkehr in den Ortschaften um bis zu 90 Prozent reduziert werden. 5.000 Fahrzeuge könnten dann pro Tag über die Umfahrung rollen. Das Projekt wird nach aktuellen Schätzungen gesamt etwa 60 Millionen Euro kosten und soll zehn Brückenbauwerke umfassen.

Lückenschluss auf 8,6 Kilometern Länge

Maximilian Hann vom Planungsbüro Schneider consult erklärt auf NÖN-Nachfrage: „Zur Entlastung der Ortschaften Großglobnitz, Kleinotten, Niederglobnitz, Mayerhöfen, Wolfenstein und Kleinpoppen ist ein etwa 8,6 Kilometer langer Lückenschluss zwischen den bereits ausgebauten Abschnitten geplant. Dadurch wird weiters der Verkehrsablauf zwischen der Stadt Zwettl und Vitis/Waidhofen verbessert.“

Beim Vorhaben sollen neue Wirtschaftswegverbindungen, drei Vollanschlussstellen, Überführungs- und Unterführungsbauwerke für Straßenzüge und Gerinne sowie fünf Gewässerschutzanlagen zum Reinigen der Straßenwässer errichtet werden. Auf einer Fläche von zehn Hektar sollen Ersatzaufforstungsmaßnahmen durchgeführt werden. Rund um den Schießplatz zwischen Großglobnitz und Kleinotten ist ein Schutzdamm geplant.

Keine Einsprüche

Die Verhandlung war in Rekordtempo abgeschlossen. So gab es weder Wortmeldungen, noch Fragen seitens der wenigen Zuhörer. Das Treffen wurde nach etwa 90 Minuten für beendet erklärt. „Das ist österreichweit das erste Mal, dass bei solch einem Projekt keine Einsprüche kommen“, erklärte Platzer anschließend gegenüber der NÖN. Grund dafür sei, dass Anrainer und Involvierte bereits im Vorfeld ausgiebig informiert waren.

Verkehrsfreigabe vor 2025 möglich

Sollte die Umweltverträglichkeitsprüfung seitens der Behörde positiv beantwortet werden, rechnet Platzer mit einer Bauausschreibung Ende 2021. Der Baubeginn könnte dann 2022 starten. „Eine Verkehrsfreigabe vor 2025 wäre also möglich“, sagt Platzer.