Umgangston am Platz: „Teilweise richtiger Hass drin“. Verband will gegen Spielverderber mobil machen.

Von Mathias Schuster. Erstellt am 13. März 2019 (04:34)
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Fußball soll vor allem eines: Spaß machen! Manche Erwachsene am Spielfeldrand vergessen das oft.

Tobende Mütter, schimpfende Großväter, drohende Väter – die Umgangsformen auf den Fußballplätzen bei Nachwuchsspielen sind oft unschön und keinesfalls kindgerecht. Der NÖ Fußballverband hat das Problem erkannt und will mit einer Plakatkampagne gegensteuern. Kernbotschaft: Erwachsenen Sporplatzbesuchern soll ihre Vorbildfunktion bewusst gemacht werden.

Das scheint bitter nötig, denn: „Da ist teilweise richtiger Hass drin“, weiß Zwettls LAZ-Vorstufenleiter Helmut Lamatsch. Als aufmerksamer Beobachter Waldviertler Nachwuchsspiele, hat er einiges zu erzählen.

„Es ist ziemlich abstrus und beschämend, was sich auf den Tribünen teilweise abspielt."Zwettls LAZ-Vorstufenleiter Helmut Lamatsch

„Es ist ziemlich abstrus und beschämend, was sich auf den Tribünen teilweise abspielt. Die Eltern beflegeln sich gegenseitig, da kommt es fast schon zu Handgreiflichkeiten. Viele werden immer verständnisloser und haben dabei so wenig Ahnung“, erklärt der Experte. Er selbst habe erlebt, dass es in der „dritten Halbzeit“ eines U15-Spiels zu einem handfesten Streit unter Eltern kam „Wir hatten da ganz beträchtliche Probleme. Teilweise wurden sogar Kinder wüst beschimpft. Das ist einfach unterstes Niveau.“

Andreas Blauensteiner, der Jugendhauptgruppenobmann des Waldviertels, begrüßt daher die Aktion des Verbands. „Obwohl schon der Hausverstand sagt, dass man ein Kind am Platz nicht anplärrt. Zum Glück ist es im Waldviertel noch nicht so arg, anderswo hat schon die Polizei ausrücken müssen.“ Er sei der Meinung, Eltern haben am Spielfeldrand nichts verloren. Denn problematisch werde es vor allem dann, wenn sich diese in die Arbeit der Trainer einmischen. „Der Trainer sagt ‚Mach dies!‘, der Papa sagt ‚Mach das!‘. Dazwischen steht ein Kind, das die Lust am Fußball verliert.“

Platzverweise für auffällige Zuschauer?

Kommt es immer wieder zu Problemen mit einzelnen Gruppen, hielte Blauensteiner sogar Platzverweise für angemessen. „In Deutschland hat das ein Verein gemacht, plötzlich war Ruhe. Es ist doch eh immer nur ein Bruchteil, der dann alle in Verruf bringt. Den müsste man nur rausfiltern.“

Soweit brauche es erst gar nicht kommen, denn 95 Prozent aller Zuschauer seien völlig in Ordnung, meint auch das Zwettler Schiri-Urgestein Fritz Laschober. „Ich habe vielleicht drei- oder viermal erlebt, dass jemand schlecht über mich oder die Spieler redet. Das haben wir in Zusammenarbeit mit den Betreuern beider Mannschaften bald im Keim erstickt.“

Da sei man dahinter, beteuert Josef Zlabinger vom SC Zwettl. „Ausgeartet ist noch nichts. Wenn etwas vorkommt, geht man hin und fragt, ob das nötig ist“, so der Obmann. Das reiche schon. Für Laschober ist zudem eine umsichtige und überaus faire Spielleitung unabdingbar. „Kinder sind die größten Gerechtigkeitsfanatiker, das glaubt man gar nicht.“ Die besten Unparteiischen gehören deshalb auch in den Nachwuchsbereich, so sein Credo. „Dann kommt von außen erst gar nichts auf.“

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