Wetter als Hürde für Badesaison. Corona hält viele im Land, aber die Witterung spielt nicht mit. Minus 67 Prozent Besucher in Zwettl im Juni.

Von Markus Füxl und Angelika Koll. Erstellt am 05. August 2020 (05:15)
Thomas Tüchler (links) und Stadträtin Anne Blauensteiner (rechts) freuen sich über guten Besuch im ZwettlBad. Kamen aus Wien: Leopold Fogla-Deinhardstein, Florentine und Emil Rath (vorne) sowie Nikolaus Fogla-Deinhardstein, Ferdinand Rath und Maurice Janka.
Markus Füxl

Freibäder und Badeseen haben in den Sommermonaten Hochsaison. Das eher schlechte Wetter sowie die aktuelle Situation rund um Corona erschweren den Betrieb und treiben weniger Gäste in die Bäder.

Bademeister im Zwettlbad, Thomas Tüchler, erklärt: „Das Wetter war in den vergangenen Wochen leider nicht gerade passend.“ So gingen die Besucherzahlen im Juni im Vergleich zum Vorjahr um rund 67 Prozent zurück, im Juli um 18 Prozent. „Allerdings hatten wir 2018 und 2019 vergleichsweise starke Jahre“, sagt Tüchler zum drastischen Rückgang.

Aktuell darf maximal ein Schwimmer pro sechs Quadratmeter Wasserfläche in den Becken sein. Im großen Outdoor-Becken ist die Grenze bei 52 Personen, im großen Becken im Innenbereich 42.

Die Abstandsregeln werden alle 30 Minuten durchgesagt. Probleme gab es bisher keine, sagt Tüchler: „Die Besucher sind diszipliniert und halten sich auch daran.“

Auf Wunsch der Vielschwimmer wurden auch die Zwölfer-Blöcke wieder eingeführt.

Etwa ein Drittel des üblichen Umsatzes hat Buffet-Pächter Mario Vorberger zu verzeichnen: „Die vergangenen Tage waren besser. Wenn das Wetter so bleibt, geht es halbwegs.“

Im Freibad Allentsteig sind in diesem Jahr bisher etwas weniger Besucher zugegen. Grund dafür sei natürlich Corona, aber auch das Wetter, da es bisher noch keine so großen Hitzewellen gab, wie Bürgermeister Jürgen Koppensteiner bemerkt. „Wir sind aber angesichts der Tatsachen durchaus zufrieden mit dem Besuch, auch von den vielen Bewohnern anderer Gemeinden“, meint er.

Die Anlage um das Freibad ist sehr weitläufig und bietet genügend Platz, um den Abstand einzuhalten. Im Becken dürfen sich maximal 90 Personen aufhalten. „Bisher hab ich da niemanden wegschicken müssen. Ich bin gespannt, ob es noch mehr Besucher werden, wenn es schöner wird“, sagt Oswald Vrabel, der unter der Woche die Badeaufsicht hat. Um Ansteckungen zu vermeiden wurden im Freibad Desinfektionsmittelspender aufgestellt. Außerdem hat man beim Buffet Abstandsmarkierungen und ein Schutzglas angebracht. „Es gibt jetzt nur noch ein kleines Loch zur Ausgabe. Normalerweise stehen die Türen offen zum Zurückgeben von Geschirr“, erklärt Vrabel. Koppensteiner erwähnt, dass man im Freibad bezüglich der Einhaltung der aktuellen Sicherheitsmaßnahmen an die Eigenverantwortung der Besucher appelliert. Vrabel merkt jedoch auch an, dass sich nicht alle daran halten. Vor allem mit den Kindern sei es schwierig, etwa beim Buffet. „Die rennen dann trotz der Abstandsmarkierungen hin“, sagt Vrabel.

Im Naturschwimmbad Groß Gerungs gäbe es derzeit sogar mehr Gäste als in vergangenen Jahren, meint der, mit der Badeaufsicht betraute Otto Hofer: „Die Leute sind weniger auf Urlaub.“ In das Bad, für das kein Eintritt verlangt wird, dürfen maximal 300 Personen. Man sei, als es 30 Grad hatte, bereits knapp an der Besuchergrenze gewesen.

Im Naturbecken dürfen sich bis zu 50 Personen gleichzeitig aufhalten, im Kinderbecken zehn. „Bisher gab es noch kein Problem, dass zuviele drinnen waren, aber es war auch noch kein so heißes Wetter“, erzählt Hofer. Dass der Abstand von den Badebesuchern auch eingehalten wird, sei schwierig. „Wir können nur immer wieder darauf aufmerksam machen“, meint Hofer. Es wurden Plakate angebracht, die auf die Verhaltensregeln verweisen. Die jüngeren Gäste würden sich weniger daran halten und Hofer merkt an: „Ich bin alleine und kann auch nicht immer überall darauf schauen.“

Beim Büffet würde das relativ gut laufen, merkt Stefan Murko an, der für dieses Jahr mit seinem Team vom Gasthaus Hirsch die Verpflegung am Badeareal übernimmt. „Es freut mich, dass das Buffet gut funktioniert. Oft stehen drei bis fünf Personen an.“ Wenn die Besucher etwas wie Pommes oder Schnitzelsemmel bestellen, sagt man ihnen, wie lange es etwa dauern wird, und sie kommen dann wieder, wenn ihre Bestellung fertig ist. So warten nicht zu viele Personen beim Buffet.

Gedrängel und Müll am Stausee Ottenstein

Wie ist die Situation an beliebten Badeseen? Im Seerestaurant am Ottensteiner Stausee heißt es: „Es wäre bestimmt ein gutes Jahr geworden. Wir haben ja ganzjährig offen, waren also vom Lockdown vollumfänglich betroffen.“ Mit dem Juli-Geschäft sei man aber immerhin zufrieden. „Wir haben rund 300 bis 400 Gäste pro Tag.“ Weichen Menschen aus Sorge über Corona an Seen aus? In Ottenstein herrschte über das vergangene sonnige Wochenende dichtes Gedränge an den Einstiegsstellen. Auch überquellenden Mülleimer entlang des Ufers zeugten vom regen Andrang.

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