„Wie Sardinendose“ im Schulbus. Vollgestopfte Busse, die Schüler nicht mehr mitnehmen können und Chaos am Kampparkplatz gibt es derzeit.

Von René Denk. Erstellt am 11. September 2019 (04:53)
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Über komplett überfüllte Busse beschwerten sich zwei Mütter im Bezirk. Im Bild der komplett überfüllte Bus, der von Stift Zwettl zum Kampparkplatz Zwettl am 5. September gefahren ist.

Über katastrophale Zustände betreffend dem neuen Busverkehr beschwerten sich bei der NÖN zwei Mütter.

Der Sohn der Grafenschlagerin Ruth Ertl geht in die Private Mittelschule in Zwettl. Bisher fuhr der Schulbus um 13.35 Uhr am Kampparkplatz ab und fuhr über Großweißenbach nach Grafenschlag, wo er um 13.55 Uhr ankam. „Dieser Bus war voll besetzt und es mussten immer einige Schüler stehen“, schildert die Mutter.

Nun würde der Bus zusätzlich über Utissenbach, Merzenstein, Marbach/Walde, Annatsberg, Rappottenstein, Roiten und erst dann nach Grafenschlag fahren. „Nur fährt der Bus fast 45 Minuten, vollgestopft wie eine Sardinendose“, empört sich Ertl.

Einige Schüler konnten am 4. September nicht mehr mitfahren, weil der Bus ohnehin schon „lebensgefährlich überfüllt“ war. „Die Mütter spielen mittlerweile Taxiunternehmen für den Verkehrsverbund Ostregion (VOR). Das sollten wir ihnen in Rechnung stellen“, regt sich eine Mutter aus Schwarzenau auf, die namentlich nicht genannt werden will. Als Mutter von drei Kindern, die in Zwettl in verschiedene Schulen gehen, musste sie noch am 9. September zwei Mal nach Zwettl und retour fahren, um die Kinder zu holen. „Als alleinerziehende Mutter kann ich mir das nicht leisten, dass ich jeden Tag fast 100 Kilometer mit dem Auto zusätzlich fahren muss“, schildert sie.

Alleinerziehende: „Kann mir das nicht leisten!“

Verbesserungen konnte sie bis inklusive Montag auf den Schulwegen ihrer Kinder noch nicht feststellen. Weiters beschreibt sie das Chaos am Kampparkplatz, wo die Busfahrer, die der Mutter Leid tun, die Kinder bereits in der Einfahrt zum Parkplatz aussteigen ließen, damit sie einen anderen Bus erwischen konnten. „Dann liefen die Kinder bis ganz nach vor und mussten feststellen, dass der Bus noch gar nicht da ist. Und bis sie dann wieder zurückgegangen sind, war der Bus schon wieder weggefahren“, sagt sie und betont letztendlich auch noch das Chaos mit den total überfüllten Bussen.

VOR-Pressesprecher Georg Huemer betont Verbesserungen für den Bezirk, die bisher oder bald umgesetzt werden: In Kleinschönau wird beim Schulverkehr die Haltestelle wieder angefahren, für Grafenschlag sei die Bus-Erreichbarkeit nach dem Schulende um 15.45 Uhr gegeben. „Ab kommenden Montag wird im morgendlichen Schülerverkehr auch die Verbindung Geras–Zwettl ohne längeren Fußmarsch möglich sein. Die Haltestelle Geras wird aufgenommen“, so Huemer.