Göpfritz hat Topothek

Erstellt am 31. August 2020 | 05:17
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Möchten im November die feierliche Eröffnung ihrer Topothek in Göpfritz nachholen: Sabrina Mölzer, Leopold Klein, Bernhard Riedl, Koordinator Franz Rabl, Topothekar Otto Hübl und Christian Biegl.
Foto: NÖN
Über 800 historische Fotos und Dokumente sind schon digitalisiert.

Franz Rabl ist das „Gedächtnis“ der Gemeinde: Mit elf weiteren Topothekaren aus allen Katastralgemeinden von Göpfritz an der Wild betreut er die neu gegründete Topothek.

Eine offizielle Eröffnung fiel aufgrund von Corona ins Wasser. Das möchte man am 14. November nachholen, erzählt er: „Das Projekt ist gut angelaufen, wir haben mittlerweile 800 Einträge. Bis November wollen wir die 1000er Marke knacken.“

Mittlerweile fünf Topotheken im Bezirk Zwettl

Die Topothek ist eine Plattform, auf der historisches Material in Form von Fotos, Videos und Dokumenten von Ehrenamtlichen digitalisiert und kuriert wird. Im Bezirk Zwettl gibt es neben Göpfritz auch in Ottenschlag, Pölla, Echsenbach und Schweiggers diese Plattformen. Neben der Dokumentation ist aber auch die „Begleitmusik“ wichtig, erklärt Rabl: „Viele Vereine, die sich auflösen, hinterlassen ein Kulturgut, das man nicht verschwinden lassen sollte.“

So ist bereits ein wahres Mosaik eines Erinnerungsbildes der Gemeinde entstanden: Erste Einblicke in die Zeit vor 1945 sind das Gasthaus zum Grünen Baum in Almosen, eine frühe Ansichtskarte aus Breitenfeld, die Viehtränke in Georgenberg, die erste Konsumfiliale in Göpfritz an der Wild, ein Blick in ein Schulzimmer des Gymnasiums in Kirchberg an der Wild, die Reste eines Fotos vom Greissler in Merkenbrechts, die Schmiede in Scheideldorf und eine Feuerwehrübung in Schönfeld.

Bisher ging Rabl selbst dreimal bei den „Mittwochshatscher“ in Waidhofen mit. Auch dort seien immer wieder Menschen auf ihn zugegangen und haben von ihrer Kirche oder Mühle im Ort berichtet.

Vier Stunden für zehn Fotos

Das wird alles penibel bei den Dokumenten vermerkt: „Oft sitze ich wegen zehn Fotos drei bis vier Stunden.“ Die wichtigsten Informationen seien vor allem die Jahreszahl und die Namen der Personen auf den jeweiligen Fotos.

In Göpfritz gibt es auf der Homepage mittlerweile 15 Themenfelder. „Wir wollen Informations- aber auch Unterhaltungswert“, erklärt Rabl. So gibt es etwa auch den Punkt „Alltagsgeschichten, Brauchtum, Kurioses“.

Nicht nur auf Göpfritz beschränkt

Dass die Dokumente nicht immer nur aus Göpfritz und Umgebung kommen, weiß Rabl: „Vor einigen Wochen hat mich ein Herr aus St. Veit/Gölsen angerufen. Er hat ein Sagenbuch ausgegraben, in dem von einer ‚Wilden Jagd‘ in Scheideldorf berichtet wird.“

Wichtig ist für Rabl, dass sich in Zukunft auch Menschen aus den umliegenden Gemeinden in den Bezirken Horn und Waidhofen melden.