Corona: Drive-In-Tests für Pflegepersonal. In Zwettl können sich seit 13. Mai Mitarbeiter von Hilfswerk, Caritas, Volkshilfe und Rotes Kreuz "im Vorbeifahren" auf Covid-19 testen lassen. Das Ergebnis soll nach 24 Stunden feststehen. Über 800 Personen aus dem Waldviertel sollen in den kommenden zwei Wochen durch die Station rollen.

Von Markus Füxl. Erstellt am 13. Mai 2020 (16:46)
Die Drive-In-Station in Zwettl ging am 13. Mai in Betrieb. Im Bild: Bürgermeister Franz Mold, Landesrettungskommandant Werner Kraut, Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und Rotes Kreuz-Bezirksstellengeschäftsführer Manfred Ehrgott.
Stadtgemeinde Zwettl

Eine Drive-In-Station für Corona-Tests ist in Zwettl beim Stadthallen-Parkplatz in Betrieb gegangen. Die Tests sind aktuell ausschließlich für Personal der Pflegedienste des Landes Niederösterreich. Die Mitarbeiter von Hilfswerk, Caritas, Volkshilfe und Rotes Kreuz aus allen Waldviertler Bezirken können sich aus dem Auto heraus nach interner Anmeldung auf Covid-19 testen lassen. Dazu wurde eine Einbahnregelung am Ende des Parkplatzes beim Stadthallen-Eingang eingerichtet. Das Bezirksfeuerwehrkommando stellte ein Zelt gemeinsam mit der Zwettler Straßenmeisterei auf.

Proben werden mit Barcode versehen

Seit 13. Mai, 8 Uhr, läuft die Abnahme der Nasenabstriche im Akkord, erklärt Rotes Kreuz-Bezirksstellengeschäftsführer Manfred Ehrgott: „Die Proben werden durch das offene Autofenster entnommen, die Personen bleiben im Auto sitzen. Anschließend wird die Probe mit einem Barcode versehen, nach Langenlois und später in die Labors geschickt.“ Ein Test dauert pro Proband ein bis zwei Minuten. Nach spätestens 24 Stunden soll ein Ergebnis feststehen, das dann an die getesteten Mitarbeiter verschickt wird.

Die Abnahme der Abstriche erfolgt durch das Fenster, die Probanden bleiben im Auto sitzen.
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So sollen innerhalb von zwei Wochen dem Vernehmen nach knapp über 800 Personen durchgetestet werden. Private sowie Menschen mit Symptomen können sich an der Drive-In-Station nicht testen lassen. Ob in Zukunft die Pflegekräfte regelmäßig getestet werden oder die Station auch für Verdachtsfälle geöffnet wird, steht noch offen, sagt Rotes Kreuz-Pressesprecherin Sonja Kellner: „Die Station ist für zwei Wochen geplant. Was danach kommt, kann man noch nicht einschätzen. Wir leben in der Lage.“

Kälte fordert Einsatzkräfte

Abgenommen werden die Abstriche von Angestellten sowie freien Mitarbeitern des Zwettler Roten Kreuz. Gearbeitet wird im Schichtbetrieb, vier Personen sind vor Ort: Ein Mitarbeiter prüft die Berechtigungen, zwei testen die Autofahrer und ein vierter übernimmt das Administrative, erklärt Ehrgott: „Es ist sehr fordernd, vor allem bei der aktuellen Kälte.“

Beim Roten Kreuz in Zwettl sei man aktuell aber beinahe wieder auf Normaltemperatur, was den regulären Betrieb betrifft, sagt der Bezirksstellenleiter. Gleichzeitig laufen die mobilen Testungen, die seit Beginn der Krise durchgeführt werden, auf „kleiner Flamme weiter“, so Ehrgott, der die Zusammenarbeit im Waldviertel lobt: „Ich bin überrascht, wie rasch sich die Dienstpläne füllen, ich bin stolz auf meine Kollegen. Wenn es um die Würschte geht, helfen wir alle zusammen.“

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