der Konzertreihe im Stift

Erstellt am 13. Juli 2011 | 00:00
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Zwettl endeten in würdiger Weise am Wochenende.

VON MARIA MOLL

STIFT ZWETTL / Die Internationalen Konzerttage Stift Zwettl endeten am Sonntag. Was ursprünglich als Überbrückung gedacht war für die Zeit, in der die Orgel aufgrund der Kirchenrenovierung nicht bespielbar ist, entwickelte sich mittlerweile zu einer qualitätsvollen, viel beachteten Veranstaltungsreihe. Trotz aller Zweifel! Ich hätte nie geglaubt, dass sich die Konzerte hier in der Bibliothek so großartig entwickeln, gab der Abt in seinen Dankesworten am Sonntag die Meinung eines Kenners der Musikveranstaltungen im Stift wieder.

Doch eine kurze Beobachtung der Gäste unterstrich den positiven Eindruck: Gemessenen Schrittes, die Gespräche wurden leiser oder verstummten kurz, betraten die Konzertbesucher den prächtigen Bibliothekssaal. Sie ließen ihre Blicke schweifen über die barocken, dicht bestückten Bücherregale hinauf zu den Deckenfresken von Paul Troger, fühlten sich in der Weite des Raumes mit angenehm kühler Temperatur wohl und sahen dem Genuss der Musik mit kammermusikalischem Charakter aus dem 17. und 18. Jahrhundert voll Freude entgegen.

Elisabeth Ullmann  sorgte für Zugabe

Auf das Konzert am Samstag stimmte das Solistenensemble Virtuosi Saxoniae mit der Sonata opus 3 in C-Dur von Andrea Grossi ein, wobei Ludwig Güttlers hell tönendes Spiel auf der Trompete den fröhlichen Charakter der Musik betonte. Mit vier Kirchensonaten von Wolfgang Amadeus Mozart, auch Gradual-Sonaten genannt, trat Elisabeth Ullmann auf ihrem Instrument - der Orgel - zusammen mit dem Kammerorchester vor das Publikum, mit zierlicher, einschmeichelnder Melodie, untermalt vom Basso continuo, dann wieder lebhaft, mit perlender Technik und schönem Ton in kurzen solistischen Einlagen. Kräftige Harmonien dieser Instrumente, aber auch liedhaft Zartes auf der Orgel, hervorgehoben durch die Streicher, gefielen dem Publikum im Concerto C-Dur von Joseph Haydn so sehr, dass es mit seinem Beifall eine Zugabe erwirkte.

Anja Zügner  begeisterte

Helle Begeisterung bei den Zuhörern auch für die Gesangsdarbietungen von Anja Zügner, Sopran. Zusammen mit den Virtuosi Saxoniae dankte auch sie für den heftigen Applaus mit Zugaben: am Samstag nach Georg Friedrich Händels Kantate O qualis de coelo sonus genauso wie am Sonntag nach der Kantate Jauchzet Gott in allen Landen von Johann Sebastian Bach.

Was wäre besser geeignet, das Können der Streicher zu fordern, als Werke des virtuosen Geigers und Komponisten Antonio Vivaldi? Mit dem Konzert A-Dur gelang das besonders beeindruckend, im Konzert a-moll erhob sich der klare Ton der Oboe über den harmonischen Klang des Orchesters. Mit erfrischend leichtem Musizieren begann auch das Konzert a-moll von J. S. Bach, gefolgt von einem breiten Andante und einem schmissig flotten Allegro assai, vom Publikum mit kräftigem Applaus bedankt. Auflockernd wirkten Kanon und Gigue D-Dur von Johann Pachelbel, eine fast volkstümlich klingende Sinfonia A-Dur von Guiseppe Tartini und natürlich das Konzert für Corno da caccia von Johann Christian Röllig.

Der Erfolg liegt  in vielen Händen

Dass die Konzerte so erfolgreich waren, ist Verdienst der Musiker und Sänger, aber auch vieler Helfer: Pater Martin Strauss, Eva Fallmann, Manfred Bretterbauer, den Männern der Freiwilligen Feuerwehr Stift Zwettl und aller, die Karten ausgegeben, Plätze angewiesen, den Getränkeausschank betreut haben und vieles mehr noch. Ihnen allen dankte der Abt ganz besonders.

Im kommenden Jahr 2012 wird es vier Konzerte wieder mit den beiden Ensembles um den künstlerischen Leiter Ludwig Güttler und sogar eine Matinee mit dem Attersee-Trio geben.