Die Plage des Waldes

Erstellt am 15. Juni 2011 | 00:00
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Foto: NOEN
FORSTSCHÄDLINGE / Die Borkenkäfersituation ist in den Waldviertler Wäldern nach wie vor als kritisch zu beurteilen.

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Bei der Arbeit: Oberförster Gerhard Juster vom Forstamt Gutenbrunn, gemeinsam mit seinem Hund Aiko.WOHLMUTH
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VON PAMELA WOHLMUTH

BEZIRK ZWETTL / Durch die warmen Temperaturen der letzten Wochen sowie noch immer mangelnde Niederschlagsmengen befürchten Experten eine Borkenkäfer-Plage. Ein weiteres Gefahrenpotential sind die Schadholzmengen durch die Sturmschäden der letzten Jahre.

Zu den gefährlichsten Borkenkäferarten zählen der Buchdrucker und der Kupferstecher. Warum sind die Borkenkäfer gefährlich? Der Buchdrucker zum Beispiel legt seine Eier unter der Rinde ab. Aus diesen schlüpfen in Folge Larven, die Larvengänge anlegen und so die Wasserversorgung der Bäume vor allem Fichten unterbrechen. Bei anhaltender Trockenheit kann der Baum seine Abwehrmechanismen, die Harzproduktion, nicht oder zu wenig ausreichend in Gang setzen. Die Bäume sterben ab. Vom Wind geknickte Bäume sind ähnlich gefährdet.

Forstdirektor Engelbert Kronsteiner vom Stift Zwettl erläutert die Situation so, dass nach dem Sturm Kyrill im Jahr 2007 rund 9 % primäre Schadholzmenge zu verzeichnen war, im vergangenen Jahr aber der geringste Befall ein halbes Prozent war. „Wir wollen die Situation nicht unterschätzen, aber eine rasche Aufarbeitung von etwaigem Schadholz ist ein absolutes Muss“, meint Kronsteiner.

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Bei der Arbeit: Oberförster Gerhard Juster vom Forstamt Gutenbrunn, gemeinsam mit seinem Hund Aiko.WOHLMUTH
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Ähnlich die Situation beim Habsburg Lothringen’schen Gut Persenbeug, Forstamt Gutenbrunn. Hier ist nicht einmal der Nadelnutzholzbohrer, ein Borkenkäfer, der eine komplette Holzentwertung nach sich zieht, zu finden. Bei beiden forstlichen Großbetrieben wird aber auf eine gesteigerte Waldhygiene wertgelegt, dies bedeutet, rasche Entfernung des Schadholzes und damit verbunden eine sofortige Holzabfuhr aus dem Wald, um mögliche Brutplätze zu verhindern. Weiters wird in beiden Betrieben auf Fangbäume und Fallen verzichtet.

Die Forstinspektion Zwettl rät: laufende Kontrollen der Bestände (Erkennungszeichen: Bohrmehl am Stammfuß, Harzfluss, grüne Nadeln am Boden), sofortiger Aufarbeitung und Abfuhr befallener Bäume und rechtzeitigen Abtransport von allen borkenkäferfängischen Hölzern aus dem Wald. Sie bietet weiters Waldbesitzern auch vor Ort Beratung zu allen Fragen betreffend Borkenkäfern ( 02822/9025-42615). Ebenso das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), das unter www.borkenkaefer.at alles Wissenswertes zu diesem Thema veröffentlicht.