Drohbriefe selbst verfasst

Erstellt am 07. März 2012 | 00:00
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
KNALLEFFEKT / Martingsberger wollte damit die Wiederaufnahme von Untersuchungen nach fehlendem Geld erreichen.

MARTINSBERG / Er hatte Drohbriefe und Pralinen an der Windschutzscheibe seines Autos gefunden – jetzt gab es einen Knalleffekt: Mit den umfangreichen Ermittlungsergebnissen konfrontiert, legte der Empfänger der Drohschreiben ein Geständnis ab: Er hat sie selbst verfasst.

Kurz zur Vorgeschichte: Der ehemalige Feuerwehrkommandant von Martinsberg hatte sich Ende Jänner selbst an die Polizei gewandt, nachdem er nach mehreren Verleumdungsschreiben sogar einen Drohbrief, dem Pralinen hinzugefügt waren, an der Windschutzscheibe seines Autos fand, was an den so fatal geendeten Giftanschlag auf den Spitzer Bürgermeisters Hannes Hirtzberger erinnerte. Auch Verwandten waren an diesem Tag Drohschreiben per Post zugestellt worden.

Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, hieß es nach der Selbstanzeige des 50-Jährigen vor einigen Wochen. Ansatzpunkt war unter anderem, dass der Inhalt der Briefe auf ein gewisses Insiderwissen hindeutete. Bald stand fest, dass sich in den vermeintlich vergifteten Pralinen keine Giftstoffe befanden. Klarheit brachte dann die Abklärung der Schriftproben. Mit all diesen Ermittlungsergebnissen konfrontiert, zeigte sich der ehemalige Feuerwehr-Chef reumütig und gab zu, die Briefe selbst geschrieben zu haben.

Als Motiv gab er an, dass nach seinem Rücktritt als Feuerwehrkommandant im Frühjahr 2010 Gerüchte kursiert seien, er habe in seiner Funktion bei einem Feuerwehrfest Geld unterschlagen. Mit den anonymen Briefen wollte er bewirken, dass eine nochmalige Prüfung der Veranstaltung durchgeführt werde. Das Verfahren wurde aber vom Oberlandesgericht eingestellt.

Der Beschuldigte wird nun bei der Staatsanwaltschaft Krems wegen Verdachtes der falschen Beweisaussage und Verdachtes der Vortäuschung einer Strafhandlung angezeigt werden.