„Ein grober Irrweg!“

Erstellt am 25. März 2014 | 23:59
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Foto: NOEN, Brigitte Lassmann-Moser
Zwettl / Grüne schlagen Alarm: „Brauchen wir einen drei Meter breiten Forstweg im Zwettltal?“
Von Brigitte Lassmann-Moser

Der knapp einen Kilometer lange Waldweg zwischen dem Skaterplatz und der Fürstwiese entlang des Zwettlflusses soll – wie in der Vorwoche berichtet – von der Bürgerstiftung St. Martin als Grundeigentümerin und in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde saniert werden. Für die Zwettler Grünen ist der geplante Ausbau eines „idyllischen Waldweges zu einem drei Meter breiten Forstweg ein grober Irrweg“.

Grüne: "Starke Beeinträchtigung der Lebensräume seltener Tiere"

Die negativen Folgen würden einem nur minimalen forstwirtschaftlichen Nutzen gegenüberstehen, listen die Grünen eine ganze Reihe von Nachteilen auf: es leide das Landschaftsbild, der Erlebniswert gehe verloren, durch die geplante Verbreiterung und stellenweise Neutrassierung entstehe eine starke Beeinträchtigung der Lebensräume seltener Tiere und Pflanzen, und etliche alte Bäume müssten gefällt werden.

„Der Abtransport einiger ,Käferbäume‘ könnte sicher auch über den bestehenden Forstweg, der oberhalb parallel zum Waldweg verläuft, erfolgen,“ meint Stadtrat Ewald Gärber. Überhaupt ist es für die Grünen „eine Farce“, auf Natura 2000-Flächen einen derartigen Forstweg naturschutzrechtlich zu bewilligen.

Grünen-Obfrau Silvia Moser: „Natürlich treten auch wir von den Grünen für kinderwagentaugliche Spazierwege ein. Wird sind aber der Ansicht, dass es bereits genügend derartiger Wege gibt.“

„Im Zuge einer Baumbestands- und Wegekontrolle wurde vor einigen Wochen festgestellt, dass im südlichen Bereich des Erholungswaldes westseits der Talbergstiege einige größere Fichtenbäume vom Borkenkäfer befallen und im Absterben begriffen sind. Als Eigentümerin der Waldflächen ist die Zwettler Bürgerstiftung verpflichtet, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen“, erklärt dazu Direktor Franz Oels.

Oels: "Verbreiterung ist einzige nachhaltige Lösung"

Der Abtransport dieser Bäume – betroffen sich acht bis zehn Fichten – sei mit einem Rücketraktor aufgrund der geringen Breite des Weges nicht möglich. Ein Holzbringungsgerät könnte zwar über den oberen Weg zufahren, die Beschaffenheit der bestehenden Holzbrücke lasse das aber nicht zu, auch über den Zwettlfluss bestehe keine Möglichkeit zur Ausbringung der Bäume.

Oels: „Die einzige nachhaltige Lösung würde die Verbreiterung des Wanderweges zu einem Rückeweg darstellen.“ Dadurch könnten auch laufende Pflegemaßnahmen in diesem Waldbereich künftig effizient und risikoarm erfolgen. Außerdem hätte dies den Vorteil, dass der Weg durch Begleitmaßnahmen – von der Neugestaltung von Rastplätzen bis zur Befahrbarmachung mit Kinderwägen, Rollstühlen etc. – „als Wanderweg eine neue Qualität bekommen könnte“, ist Franz Oels überzeugt.

Er betont aber, dass diese Aktion aus forstrechtlicher Sicht und im Sinne des Naturschutzes wohl vorbereitet und sorgsam geplant werde und erst nach Vorliegen aller Genehmigungen über die Bühne gehen werde.