Allentsteig: Schadenskommission wird ab Montag tätig

Erstellt am 27. Juni 2021 | 10:45
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Im Katastrophengebiet Allentsteig sind auch am Sonntag, 27. Juni, die Einsatzkräfte vor Ort. Die Feuerwehren aus dem Bezirk Zwettl erhalten dabei Unterstützung von den Kameraden aus den umliegenden Bezirken, von den Bundesheersoldaten und mittlerweile auch von der Straßenmeisterei.

„Die Leistungen unserer Feuerwehrmitglieder sind enorm. Wir gehen davon aus, dass wir heute am Abend die dringendsten Schäden an den Dächern provisorisch abgearbeitet haben. Folgeeinsätze wird es aber auch noch in der kommenden Woche geben“, sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Ewald Edelmaier am Sonntag-Vormittag gegenüber der NÖN.

Mindestens 35.000 Quadratmeter Planen wurden alleine von den Feuerwehr seit dem schweren Hagelunwetter am Abend des 24. Juni zum Abdecken der kaputten Dächer verwendet, dazu kommen jede Menge an Dachlatten und Nägel.

„Da Allentsteig seit Freitag zum Katastrophengebiet erklärt worden ist, übernimmt der Katastrophenfonds die Einsatzkosten, somit braucht diese nicht die Gemeinde tragen“, betont Edelmaier. Wann dieser Einsatz in Allentsteig beendet werden kann, sei noch offen. „Wenn an die 400 Dächer kaputt sind,  geht das nicht von heute auf morgen.“

Bürgermeister Jürgen Koppensteiner ist von der Einsatzbereitschaft und den Leistungen der vielen Feuerwehrmitglieder und Soldaten begeistert. „Auch viele Fachfirmen waren bereits am Samstag vor Ort und haben den Hausbesitzern geholfen. Auch die Straßenmeisterei unterstützt.“

Die Soldaten aus Allentsteig sind  seit vergangenem Freitag im Hilfseinsatz und unterstützen die Einsatzkräfte mit schwerem Gerät. „Das ist einfach wichtig, dass wir zuerst der Bevölkerung Hilfe zukommen lassen“, betont Oberst Herbert Gaugusch, der Leiter des Tüpl Allentsteig.

Erst in der kommenden Woche werden dann die massiven Schäden, die an den Gebäuden der Kaserne entstanden sind, in Angriff genommen. „Der Großteil der Dächer ist kaputt, durch das eingedrungene Wasser sind die Mannschaftsunterkünfte beschädigt worden. Eine für die nächsten Tage geplante Übung haben wir schon abgesagt. Wir können die Soldaten nirgends unterbringen.“

Es wurde auch schon eine Schadenskommission gebildet. Die Sachverständigen des Gebietsbauamtes werden ab 28. Juni mit Vertretern der Gemeinde die betroffenen Häuser besichtigen. „Für Schäden, die nicht versichert sind, erhalten die betroffenen Hauseigentümer 20 Prozent der Schadenshöhe vom Katastrophenfonds erstattet“, weiß der Bürgermeister.

Davon wurden bereits die Allentsteiger mit einem Schreiben der Gemeinde informiert. Wer eine Sturmschadenversicherung hat, in dem auch Hagelschäden mitversichert sind, bekommt hier Schadensersatz-Leistungen.

Wie hoch die Hagelschäden im Raum Allentsteig sein werden, lasse sich laut dem Bürgermeister noch nicht abschätzen.

„Wir hoffen auf eine ruhige Wetterlage in den nächsten Wochen. Solange werden die Dachsanierungen noch dauern“, meint Koppensteiner.