Fessl „lebt“ weiter

Erstellt am 31. Oktober 2012 | 00:00
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Foto: NOEN
Ausstellung / Auf der Bezirkshauptmannschaft Zwettl ist derzeit eine umfangreiche Schau mit Bildern des Unvergesslichen zu sehen.
Von Brigitte Lassmann-Moser

ZWETTL / Zur Eröffnung der zweiten Ausstellung in diesem Jahr auf der Bezirkshauptmannschaft Zwettl lud Bezirkschef Michael Widermann in der Vorwoche ein. Und da es sich dabei um eine ganz besondere Ausstellung handelt, kamen auch entsprechend viele Gäste zur Vernissage: Ausschließlich aus Privatbesitz wurde eine umfangreiche Schau zum Gedenken an den 1997 viel zu früh verstorbenen Waldviertler Künstler Johannes Fessl zusammengestellt.

Es sei schon lange sein Wunsch gewesen, eine Fessl-Ausstellung auf der BH zu organisieren, „weil mich dieser Künstler sehr beeindruckt“, betonte Widermann in seiner Begrüßungsansprache.

Mitveranstalter ist übrigens der Kiwanis Club Zwettl-Schwarzalm, den Fessl vor 20 Jahren mitbegründet hat. „Er war in seinen Bildern ein echter Waldviertler, er war als Mensch ein Waldviertler, und mit seinem Geist, vor 20 Jahren so etwas zu initiieren, das war der Hannes“, betonte Peter Meisner von den Kiwaniern, der kurz die Aufgaben des Clubs erläuterte. „In den letzten 20 Jahren konnten wir 230.000 für unschuldig in Not geratene Waldviertler, vor allem Kinder, sammeln“, so Meisner. Die Familie von Johannes Fessl, allen voran Witwe Ilse und Tochter Katharina, hatte die Idee, aus Anlass dieser Ausstellung neue Drucke in limitierter Form aufzulegen, deren Reinerlös dem Kiwanis Club zugute kommt.

Niemand Geringerer als die kongeniale künstlerische Partnerin von Johannes Fessl, Mundartdichterin Isolde Kerndl („Gemeinsam haben sie Unvergessliches für das Waldviertel geschaffen!“, so Meisner), ließ den Lebenslauf „eines Menschen mit den Eigenschaften von Granit“ Revue passieren – lustig, nachdenklich, traurig… Ihre Zusammenarbeit begann damit, dass Hannes eines Tages zu Isolde sagte: „Ich hör in Deinen Geschichten meine Figuren reden!“ – Daraus wurde eine jahrzehntelange, enge Freundschaft und eine sehr befruchtende Zusammenarbeit, aus der sechs gemeinsame Bücher, zwei davon in zweiter Auflage erschienen, hervorgingen. „Der schwierige Johannes Fessl und die großzügige Isolde Kerndl waren ein seltsames Gespann“, meinte die Kerndlin mit einem Augenzwinkern.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von der „Stockzahn Musi“. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis 30. November während der Amtsstunden.