Zwettler ließen sich Frequency nicht entgehen. Schlafen auf der Rückbank und ein Tagesausflug: Zwei Zwettler erzählen von ihrem Festivalerlebnis in St. Pölten.

Von Markus Füxl. Erstellt am 21. August 2019 (03:45)
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Florian Preyser, Andreas Nigischer, Markus Vogler, Johanna Kittler und Bernhard Wurz reisten für alle drei Programmtage an.

Vor zehn Jahren war Fabian Todt aus Zwettl das erste Mal am Frequency Festival in St. Pölten. Seitdem ist er Feuer und Flamme. Heuer war er mit seiner Freundin Theresa Fichtenbauer wieder dabei – das allerdings nicht für alle drei Festivaltage, sondern mit einem Tagesticket.

„Es ist einfach gemütlich: Du fährst hin, nutzt den Tag aus und fährst in der Nacht wieder heim“, sagt er. Hat Todt früher noch gecampt, fahren er und seine Freundin seit etwa drei Jahren nur mehr tageweise auf Festivals. Auf das Frequency kamen sie heuer vor allem wegen der Band „Swedish House Mafia“: „Das war der absolute Höhepunkt“, sagt Fabian Todt.

Für einen regulären Festivalbesuch müsse man fünf Tage einplanen: „Das beginnt schon am Dienstag, damit man einen guten Zeltplatz erwischt. Fünf Tage Campen ist mir zu anstrengend“, sagt Todt und ergänzt: „Geduscht im eigenen Bett zu schlafen, ist dann doch schöner.“

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Theresa Fichtenbauer und Fabian Todt besuchten das Frequency Festival nur an einem Tag.

Trotz Kurzaufenthalt genießt er das Festivalfeeling, das es auf einzelnen Konzerten so nicht gäbe: „Das Gelände, die Stimmung und das ganze Drumherum spielen da hinein“, sagt er. Positiv findet er den Trend, dass mittlerweile hochwertiges Streetfood angeboten wird und auch mehr Dekoration aufgehängt wird.

Ein Paradebeispiel sei dabei das „Tomorrowland“-Festival in Belgien, sagt Todt: „Das bewegt sich auf einem ganz anderen Level als das Frequency, was Sauberkeit, Luxus und Sicherheit betrifft.“ Die Karten dafür würden aber das achtfache des St. Pöltner Festes kosten.

Der Kofferraum als Alternative zum Zelt

Der 29-jährige Zwettler Florian Preyser war zum dritten Mal auf dem Frequency Festival. Er nächtigte nicht am Zeltplatz, sondern in seinem Auto, genauer: im dafür extra hergerichteten Kofferraum: „Das machen zwar die wenigsten, ist aber ganz gemütlich. Wenn du ein langes Auto hast, geht das“, sagt er lachend.

Gerade weil man viel Gepäck mit habe, sei das Tragen am Zeltplatz entlang der Traisen zu anstrengend: „Da legst du ordentlich Kilometer zurück, bis du einen Platz gefunden hast.“
Was für ihn Musikfestivals auszeichnen? „Das ist schwer zu beschreiben, wenn man es nicht selbst erlebt. Auf einem normalen Konzert fährst du hin, schaust es dir an und fährst wieder heim. Bei einem Festival herrscht eine eigene Stimmung und du kannst mit Freunden am Gelände Spaß haben“, sagt Preyser.

Er glaubt, dass viele auch nur mehr wegen der Stimmung und nicht mehr wegen der Musik hinfahren. Er selbst verbringt aber viel Zeit am Bühnengelände und schaut sich Bands an, die er vorher nicht kannte. Sein persönliches Highlight war der Auftritt von „Twenty One Pilots“.

Einen Kritikpunkt hat er aber: „Andere Festivals schaffen es, Bühnen spektakulärer aufzubauen und ein Thema über das Festival zu legen. Da ist jedes Standl gebrandet.“ Ob er nächstes Jahr wieder zum Frequency-Festival fährt? „Ich bin noch etwas angeschlagen und weiß nicht, ob ich mir das antue. Wahrscheinlich aber schon“, sagt er lachend.
Für seine Freunde war Florian übrigens nach dem Festival kurzfristig nicht erreichbar: Ihm wurde das Handy gestohlen.

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