Feuerwehren entlastet, Heer übernahm Brand-Einsatzleitung

Erstellt am 28. März 2022 | 11:54
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Noch immer kein "Brand aus": Feuerwehren sind entlastet. Das Bundesheer hat am Sonntag um 22 Uhr die Einsatzleitung über den Flurbrand übernommen.
Foto: bundesheer.at
"Zivilpersonen waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet", teilte Oberst Herbert Gaugusch der NÖN mit. Seit gestern Nacht (Sonntag, 27. März, 22 Uhr) übernimmt die Brandwache das TÜPl-Team.

Der Flurbrand am Truppenübungsplatz Allentsteig, der am Samstag durch eine Artillerieübung ausgebrochen war und mit Unterstützung der regionalen Feuerwehren die Ausbreitung auf das Gebiet am TÜPls gehalten werden konnte, steht nun unter Beobachtung durch Personen vom TÜPl und dem ABC-Abwehrzentrum, das seit Sonntag unterstützt. 

Alles im Griff

"Wir hatten alles im Griff, wenn auch unter erschwerten Bedingungen", so Oberst Herbert Gaugusch zur NÖN. Insgesamt 250 Feuerwehrmitglieder  aus den angrenzenden Bezirken unterstützten das Bundesheer, das selbst mit rund 80 Personen bei der Feuerbekämpfung im Einsatz war, über 30 Stunden lang bei der Bekämpfung der Feuerwalzen. 

Seit Sonntagnacht übernimmt der TÜPl die Brandwache. Die betroffene Fläche wird ständig beobachtet, aufkeimende Glutnester werden sofort durch die Einsatzkräfte des Bundesheeres (rund 80 Personen) gelöscht.

Schusszone darf nicht betreten werden

Da sich das Feuer in einer Schusszone des TÜPls ausgebreitet hatte, in der Blindgänger vermutet werden und diese deshalb nur mit Spezial-Fahrzeugen befahren und auch von Blaulichtorganisationen nicht betreten werden dürfen, war die einzige Möglichkeit, das Feuer brennen zu lassen und durch Wasserstraßen und Auffanglinien in Schranken zu halten, was gelang. Auch aus der Luft konnte durch die Gefahr explodierender Blindgänger nicht gelöscht werden, weil durch die Detonation der Blindgänger auch der Luftraum gefährden würde. "Zivile Personen waren zu keinem Zeitpunkt des Flurbrandes in Gefahr", so Oberst Herbert Gaugusch.

Diese Schusszone am TÜPl ist ein Waldgebiet, in dem der Wald wegen starken Borkenkäferbefalls gerodet werden musste. Daher bildete sich dort niedriger Bewuchs, der ohne Schutz von Baumkronen sehr ausgetrocknet war und niederbrannte. Bäume waren kaum betroffen.

Heftige Kritik kommt nicht nur aus der Bevölkerung, sondern auch von den Grünen: "Auch das Bundesheer hat sich an geltende Waldbrandverordnung zu halten," so Abgeordnete zum Landtag Silvia Moser und Abeordneter zum Nationalrat Martin Litschauer.

Oberst Herbert Gaugusch: "Eine gute Ausbildung ist für unsere Soldaten lebenswichtig. Wir haben die Auswahl der Munition für diese Übung nicht auf die leichte Schulter genommen und nur Munition verwendet, die nicht brennt. Trotzdem ist es passiert."