Filmpremiere in Heimat

Erstellt am 17. November 2010 | 00:00
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Foto: NOEN
DOKUMENTARFILM / Die gebürtige Gerungserin Anna Katharina Wohlgenannt präsentierte ihren Film im Kino ihrer Jugend.

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Regisseurin Anna Katharina Wohlgenannt (Mitte) mit dem Team des Gerungser Kinos Marianne Kitzler, Martin Bauer, Thomas Kienast und Edmund Kitzler (v. l.) nach ihrer Filmpremiere.HELMREICH
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GROSS GERUNGS / Der Verein Yellow bot am vergangenen Freitag ein besonderes Kinoereignis: Erstmals präsentierte die Gerungserin Anna Katharina Wohlgenannt ihren Dokumentarfilm „Einmal mehr als nur reden“ vor heimischem Publikum.

Der Film berichtet über die österreichische Arbeitsbrigade „Februar 34“, mit der 50 Personen im Jahre 1984 nach Nicaragua aufbrachen, um dort die sandinistische Revolution einen Monat lang mit dem Bau eines Gemeindezentrums zu unterstützen, die die jahrzehntelange Diktatur des Samoza-Clans gestürzt hatte, anschließend aber durch die Invasionpolitik der USA bedroht war. Die Uraufführung konnte Anna Maria Wohlgenannt, die sowohl für das Drehbuch als auch für die Regie verantwortlich zeichnet, bei der DIAGONALE 2010 in Graz und international beim Zürich Film Festival im diesjährigen September feiern. Die Produktion des Films dauerte über eineinhalb Jahre und kostete rund 50.000 Euro, die von Ministerien und Ländern gefördert wurden. Die Idee zum Film entstand bei einer allgemeinen Recherche zum Thema „Utopien“. Dabei stieß Wohlgenannt auf das Filmmaterial von Helmut Stockhammer, der damals Mitglied der Brigade „Februar 34“ war und ihr seine Filme zur Verfügung stellte. Durch weitere Recherchen konnte sie die 50 Teilnehmer an der Brigade rekonstruieren. In den Interviews mit Teilnehmern standen zwei Fragen im Vordergrund: Was haben diese Menschen dort gesucht und was haben sie tatsächlich gefunden. Der Film fasst die individuellen Eindrücke gekonnt zusammen und erzählt von den Motiven für die Reise und der andauernden Sehnsucht dieser Menschen nach einer anderen Welt. Viele durch den Film aufgeworfene Fragen konnte die Regisseurin in einer anschließenden Diskussionsrunde dem interessierten Gerungser Kinopublikum beantworten. Dabei freute sie sich im Kino Groß Gerungs ihren Film vorführen zu können, da sie in ihrer Jugend nicht zuletzt auch hier ihr Interesse am Filmemachen entdeckt hat.

Anna Katharina Wohlgenannt absolvierte das Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien und Berlin. Währenddessen arbeitete sie bereits an Drehbüchern und Kurzfilmen. Nach Abschluss folgten Casting-Assistenzen für Kino- und Fernsehproduktionen, Recherchen für Dokumentarfilme und Tätigkeiten im Bereich Filmpublizistik. Im Vorjahr erhielt sie den Drehbuchpreis „spec_script Award“ von der Drehbuchwerkstatt Salzburg für „Die Welt wie sie mir gefällt“ verliehen. Mit der Doku „Einmal mehr als nur reden“ gastiert sie beim Filmfestival in Radstadt und beim Internationalen Filmfestival der Menschenrechte „this human world 2010“ in Wien.