Bezirk Zwettl: Paradies für Fische

Erstellt am 30. Dezember 2021 | 07:40
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Fischexperte Bernhard Berger ist die ökologische Gewässerbewirtschaftung ein großes Anliegen. Der Artenreichtum lässt allen Lebewesen in der Nahrungskette seine Berechtigung.
Foto: Joachim Brand
Der Fisch des Jahres 2021, die Äsche, fühlt sich im Bezirk Zwettl wohl. Experte Bernhard Berger gibt Einblick in ihren Lebensraum.

Das Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz und der Österreichische Fischereiverband erkoren die Äsche zum Fisch des Jahres 2021. Kamp und Zwettl sind deren bevorzugte Lebensräume. Baulich wenig veränderte Fließgewässer, im Waldviertel meist noch vorhanden, bieten der Fischfauna einen natürlichen Lebensraum.

Im Bezirk Zwettl sind die sogenannten Forellen- und Äschenregionen jene Flussabschnitte, die sich als ökologisch wertvoll erweisen. Die Flüsse Kamp und Zwettl bieten seltenen einheimischen Fischen einen Lebensraum. Darunter befinden sich die Bachforelle und die Äsche.

Die Äsche gehört zur Familie der Forellenfische und wurde vom Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz zum Fisch des Jahres 2021 gewählt. Jedes Jahr wird mit der Wahl eines im Bestand gefährdeten Fisches auf den Rückgang der heimischen Fischfauna hingewiesen.

Größeres Artenspektrum als in Voralpenflüssen

Bernhard Berger von der Teichwirtschaft und Stauseebewirtschaftung der Windhag Stipendienstiftung ist eine ökologische Gewässerbewirtschaftung ein großes Anliegen. Gewässer wie der Kamp oder die Zwettl waren für die örtliche Fischerei seit jeher wichtige Gewässersysteme. Im Vergleich zu verschiedenen Voralpenflüssen weisen sie ein vielfältigeres Artenspektrum auf. „Es gilt diesen Schatz zu schützen und zu bewahren. An Kamp und Zwettl durchdringen einander die sogenannte Forellen- und Äschenregion. Je nach Wasserstand und Wassererwärmung im Sommer kann es zu Verschiebungen kommen. Der Stausee spielt beim Wanderungsverhalten mancher Fische eine wichtige Rolle“, betont Bernhard Berger.

Die Äsche war früher ein Allerweltsfisch. Gewisse Gewässerabschnitte werden sogar als Äschenregion bezeichnet. Flussbegradigungen, Gewässerverschmutzung, das Fehlen von Laichplätzen und die Verringerung der „Kinderstuben“ für Jungfische ließen die Bestände drastisch sinken. Das manchmal gehäufte Auftreten von Kormoranen, aber auch des Fischotters dezimierte in manchen Revieren die Restbestände.

Die Äschen sind eigentlich robuste Fische und als Speisefisch mit der Forelle vergleichbar. Dennoch sind ihre Bestände ebenso gefährdet wie die vieler anderer Fische. Im Gegensatz zu der aus Nordamerika stammenden Regenbogenforelle wird die Äsche kaum gezüchtet.