Publikumsmagnet: Werke der Floristen im Stift Zwettl ausgestellt

Erstellt am 31. August 2022 | 04:46
Lesezeit: 3 Min
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Seit 1992 leitet Franz-Josef Wein die Akademie für Naturgestaltung. Seit 2005 agiert diese im Stift Zwettl.
Foto: privat
Die Meisterklasse der Akademie für Naturgestaltung in Zwettl gilt als eine der anspruchsvollsten in Europa. 2.000 Besucher werden zur Ausstellung der Abschlussarbeiten erwartet.

Kommende Woche beginnen 20 Anwärter der Meisterprüfung der Floristen aus Österreich, der Schweiz, Ungarn und Deutschland im Areal vom Stift Zwettl mit ihren Prüfungsarbeiten.

Groß ist schon jetzt die Freude der vielen Besucher, die zwei Mal im Jahr zur Ausstellung der Meisterwerke kommen, um die kunstvollen Gebinde und Objekte zu bewundern. Jetzt im Herbst werden neben den Pflichtwerkstücken wir Brautsträußen und Trauerarbeiten auch Objekte unter dem Motto „Hymnus“ entstehen.

„Hymnus kennt man normalerweise aus dem religiösen Gesang. Damit etwas eine Hymne ist, muss das Stück eine allgemeine Bekanntheit haben. Ich habe Musik zur Inspiration der Prüflinge ausgesucht, die bei Menschen Positives bewirkt, das ist wirklich wichtig in diesen kniffeligen Zeiten“, so Franz-Josef Wein, Leiter der Akademie für Naturgestaltung.

Wein betreibt in Deutschland einen Traditionsbetrieb in siebenter Generation. Als Träger vieler Floristik-Auszeichnungen wurde er auch in Österreich bekannt und kam 1992 zur Akademie, die, nach Jahren in Schiltern, seit 2005 im Stift Zwettl wirkt.

Ausbildung an der Akademie gilt als eine der anspruchsvollsten

„Die Meisterprüfung hier gilt in der gesamten EU in der Branche als eine der anspruchsvollsten Ausbildungen. Es hat einen hohen Prestigewert für die Floristen, in Zwettl die Ausbildung zu machen. Es ist bereits wie eine Marke, wenn man hier abgeschlossen hat“, ist Wein stolz.

Der Schwerpunkt der Arbeiten ist auf natürliche Materialien und saisonale Pflanzen gelegt. Das führe automatisch zu ökologisch bewusstem Verhalten. „Am besten ist es, wenn der Gestalter seinen Werkstoff als Partner versteht. Es ist immer ein Miteinander – so wird das Ergebnis erzeugt.“

Wein ist begeistert vom Stift als Raum für die Akademie: „Stilkunde ist eines der Hauptfächer an der Akademie. Wenn ich im Stift vom Frühmittelalter bis zu Barock an Originalen die Stilmerkmale zeigen kann, ist das viel eindrücklicher als auf Bildmaterial, denn so kann die Umgebung gespürt werden. Sehr gutes Gestalten ist die Symbiose aus Verstand und Gefühl.“

Am Ausstellungswochenende 10. und 11. September werden wieder 2.000 Besucher erwartet, die auch aus den Nachbarstaaten anreisen. „Da ist die Großregion wirklich ausgebucht“, sieht Wein eine große Wertschöpfung der Akademie für Zwettl. Besonderer Magnet sei hier die Präsentation der Meisterwerke in den historischen Mauern. „Dieser Ort hier katapultiert die Arbeiten auf eine ganz andere Ebene.“