Ganz im Zeichen amerikanischer Musik

Erstellt am 23. Jänner 2013 | 00:00
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Foto: NOEN
Jeunesse-Konzert / Die beiden Pianistinnen und die zwei Schlagwerker rissen das Publikum in Zwettl zu Begeisterungsstürmen hin.
Von Anna Maria Yvon

ZWETTL / Voraussetzung für die Durchführung des 3. Jeunessekonzertes der Saison 2012/13 im Zwettler Stadtsaal war ein zweiter Flügel, den die Musikpädagogin Gabriele Kramer-Webinger aus ihrem Privatbesitz zur Verfügung gestellt hatte.

Ihre Idee war es auch, am Beginn der Veranstaltung zwei Schülerinnen die Möglichkeit zu bieten, ihr Können vor einem großen Forum unter Beweis zu stellen. Mit dem 1. Satz einer Sonate für zwei Klaviere von Muzio Clementi ist dies Laura Helmreich und Viktoria Koppensteiner bestens gelungen.

Ganz im Zeichen amerikanischer Musik stand das Hauptprogramm, in dem die Pianistinnen Johanna Gröbner und Veronika Trisko - seit 15 Jahren ein Duo – sowie die vielseitigen Schlagwerker Friedrich Philipp-Pesendorfer und Thomas Schindl – beide Mitglieder der Wiener Symphoniker, Komponisten und Arrangeure – die zahlreichen Musikfreunde zu Begeisterungsstürmen hinrissen.

Allein die Bearbeitung sämtlicher, ursprünglich für Orchester komponierten Werke für diese Besetzung durch Thomas Schindl erregte höchste Bewunderung.

Nach der von ausgelassener Fröhlichkeit geprägten Ouverture zur komischen Operette „Candide“ von Leonard Bernstein erklang die Orchesterphantasie „Ein Amerikaner in Paris“ von George Gershwin, in welcher die Eindrücke eines reisenden Amerikaners wiedergegeben werden, der durch die Stadt schlendert, auf den Straßenlärm hört und die französische Atmosphäre einsaugt. Dabei sind Taxihupen von spezieller Bedeutung.

Gershwins Musik zeichnet sich durch zündende Melodien, jazzige Harmonie und mitreißende Rhythmen aus.

So auch in der „Rhapsodie in Blue“, die das Publikum mit gespannter Freude erwartet hatte.

Die Klarinette am Beginn des Werkes durch eine Marimba zu ersetzen war schlichtweg genial. Den anspruchsvollen Solopart übernahm Johanna Gröbner - mit Babybauch besonders bewundernswert.

Bei dem dreisätzigen Konzert für Klavier und Orchester in F-Dur von Gershwin faszinierte Veronika Trisko als Solistin.

Abgesehen von aller Virtuosität, von allem Wohlklang und von allem selbstverständlichen Miteinander war es ein atemberaubendes Vergnügen, die sympathischen Künstler bei ihrer auch körperlich herausfordernden Arbeit zu beobachten.

Für die Standing Ovations dankte das Ensemble mit dem Song „America“ aus Bernsteins „West Side Story“ und einem weiteren fulminanten Stück.