Was wächst heuer in den Gärten im Bezirk Zwettl?

Erstellt am 31. März 2021 | 04:49
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Was wächst heuer in den Gärten?
Adalbert Hackl aus Allentsteig hofft auf eine Wiederholung des „Gartentrends“ von 2020.  
Foto: privat
Das Garteln liegt in Zeiten der Pandemie im Trend. Vor allem eigenes Gemüse wird gerne angepflanzt.

Der Garten liegt seit Beginn der Corona-Pandemie im Trend. Das bestätigt etwa Stefan Strobelberger, der Bereichsleiter vom „Natur im Garten-Telefon“ in Zwettl. Die Anfragen seien seit dem vorjährigen März dahingehend gestiegen und der Trend halte weiter an.

„Vor allem viele Junge fangen zum Garteln an, wollen sich mit Gemüse selbstversorgen. Auch auf den Balkonen und Terrassen wird das gerne praktiziert“, betont der Gärtnermeister. Seinen Erfahrungen nach setzen viele in ihren Gärten auf Hochbeete. Hier kann man bereits gegen die Schnecken, die auch heuer wieder in den Gärten ihr Unwesen treiben werden, etwas tun: „Einfach Bierfallen, also Schüsseln mit Bier in die noch unbearbeiteten Beete stellen.“

Der heurige Trend dürfte laut den vielen Anfragen beim Natur-im-Garten-Telefon in Richtung Blumenwiese und Wildpflanzen gehen. Die optische Gestaltung der Gärten sei seit der Corona-Pandemie ebenfalls forciert worden, meint der Experte: „Viele machen ja Urlaub im Garten.“

Damit die Rosen auch wieder im Sommer ein richtiger „Hingucker“ im Garten werden, kann man jetzt schon vorbeugend etwas tun: „Gegen Rosenrost hilft eine Brühe aus Ackerschachtelhalm. Damit kann man schon den Austrieb spritzen. Gegen Blattläuse hilft eine ‚Dusche‘ mit dem Gartenschlauch.“ Noch einen Tipp hat Strobelberger: „Tulpen, Narzissen und Co blühen jetzt. Diese Zwiebelpflanzen sollten nach dem Verblühen in der Erde einziehen. Also erst abschneiden, wenn die Blätter gelb sind.“

Gräser werden gepflanzt. In Zwettl sorgt Stadtgärtner Karl Zeinzinger für den oftmals ausgezeichneten Blumenschmuck. Heuer soll dem momentanen Trend zu Gräsern auch in der Stadt stattgegeben werden. Die kleine Grünfläche bei Sonnentor, vis-a-vis der RAIBA, wird mit Gräsern bepflanzt. „Auch ein Areal bei der Dreifaltigkeitssäule soll neu gestaltet und mit Gräsern und Blumen versehen werden“, sagt Zeinzinger. „Das ist aber alles noch im Laufen, noch nicht fix.“ Generell schwört er auf Pflanzen, die er im Waldviertel einkauft und die da gezogen wurden. „Die Gemeinde bekommt gesunde, akklimatisierte Ware und das Geld bleibt in der Region“, sagt er. Privat pflegt Zeinzinger kleinere Grünflächen entlang des Kampes mit Bäumen und drei Hochbeeten. „Die Selbstversorgung mit Gemüse und Kräutern geschieht eher einfach und ohne großen Aufwand“, erzählt der Gärtner. Die Arbeit bereitet ihm Freude. Er vermutet, dass es ihm genauso geht wie vielen Menschen, die aufgrund der Pandemie mehr daheim sind und sich dadurch ausführlich mit ihrem Garten beschäftigen können.

Garten wurde Vergrößerung der Küche. Adalbert Hackl erwähnt: „Jetzt zu Ostern sind natürlich die Frühlingsblüten im Trend.“ In der Gärtnerei Hackl in Allentsteig werden nun zudem vermehrt Pflanzen zum Einsetzen, vor allem auch Gemüse, Kräuter und Co gekauft. Das kompensiere einiges, da aufgrund fehlender Feiern Schnittblumen natürlich weniger gefragt sind. Im vergangenen Jahr sei man von diesem Trend überrascht gewesen, nun hofft man, dass es dieses Jahr ähnlich abläuft.

Was wächst heuer in den Gärten?
Lukas Hinterndorfer: „Selber produzieren und dann verarbeiten ist vielen wichtig geworden.“ 
Foto: privat

Auch Lukas Hinterndorfer, der in Groß Gerungs das Geschäft L.H. Handwerk aus Leidenschaft betreibt, berichtet vom Trend zum Gemüseanbau. Der Garten sei bei vielen die Vergrößerung der Küche geworden. „Selber produzieren und dann verarbeiten ist vielen wichtig geworden“, erklärt er. Hinterndorfer ruft zudem dazu auf, im regionalen Fachhandel zu kaufen: „Hier weiß man, was die richtige Pflanzzeit für die diversen Gartenschönheiten ist, man ist bemüht die richtigen Sorten für unser Klima zu besorgen und steht mit Ratschlägen zur Seite.“

Saison nimmt Fahrt auf. Den Trend zur Selbstversorgung bestätigt auch Floristen-Bezirksvertreter Christian Dornhackl. „Wir merken das schon seit dem letzten Jahr. Es wird immer mehr Wert auf eigenes Gemüse gelegt und vor allem Hochbeete gebaut“, erzählt er. Das Ganze sei im Verbund mit der Outdoor-Küche beliebter denn je. Die Saison nimmt in seiner Gärtnerei gerade voll an Fahrt auf. „Die Frühjahrsware ist zum Großteil schon raus. In den nächsten Wochen werden auch die ersten Sommerblumen fertig.“
Momentan sei die optimale Zeit für größere Pflanzungen, wie etwa einen Obstbaum. Generell wird laut Dornhackl heuer vor allem Insektenfreundlichkeit groß geschrieben. „Es dreht sich viel um heimische Pflanzen, die nicht nur schön anzuschauen sind, sondern auch einen Mehrwert für die Natur haben“, erklärt er. Dazu gehören Sommerflieder, Forsythie, Sonnenhut oder Schafgabe.

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