Alexander Leutgeb schmeißt Mandat hin. Knalleffekt in Zwettl: Alexander Leutgeb nimmt sein Gemeinderatsmandat nicht an. "Trotz viertbestem Ergebnis bei den Vorzugsstimmen habe ich kein Anrecht auf Stadtrat", ärgert er sich.

Von Markus Füxl. Erstellt am 21. Februar 2020 (18:28)
Alexander Leutgeb zieht doch nicht in den Zwettler Gemeinderat ein.
Markus Füxl

In einem Facebook-Posting am 21. Februar bedankt sich Leutgeb bei seinen Wählern: "Ich bedanke mich nochmal bei 284 Personen, die bei den letzten Gemeinderatswahlen an mich gedacht haben. Aus mehreren Gründen habe ich mein Mandat nicht angenommen. Ich wünsche allen neuen und jungen Gemeinderäten alles Gute!" Er verweist auf die Onlineplattform www.zwettlbraucht.at, auf der er seine Gründe weiter ausführt. So schreibt er etwa, dass seine Vorstellungen von Gemeindepolitik bereits wenige Wochen nach der Wahl nicht erfüllt wurden. 

Die Erklärung im Wortlaut: "Ich war der Meinung, dass mein Ergebnis bei der Wahl (das viertbeste von allen), meine Qualifikation und meine Motivation, sowie auch eine Zustimmung des Bürgermeisters zum Thema, ausreichend sein sollen, damit ich auch im Stadtrat bei jeder kleinen und großen Entscheidung mitwirken kann. Die bisherigen Stadträte konnten mir keine nachvollziehbaren Antworten geben, warum dies jetzt oder in den nächsten 1-2 Jahren nicht der Fall sein soll. Sie arbeiten hier lieber mit denselben Personen in derselben Art und Weise weiter wie bisher, als dass sie engagierte und vor allem auch qualifizierte junge Personen in verantwortungsvoller Position, gestaltend mitarbeiten lassen."

"Persönlich enttäuscht von Franz Mold"

Im Gespräch mit der NÖN zeigt sich Leutgeb persönlich enttäuscht von Franz Mold. "Jeder der große Erwartungen von der Zwettler Politik hat, sollte sich bei mehreren Personen informieren und nachfragen. Wenn ich gewusst hätte, wie es in Zwettl rennt, hätte ich vielleicht nicht kandidiert. Ich habe den Eindruck, dass man sich für den Stadtrat parteiintern hochdienen muss", sagt Leutgeb. Er trat ohne Partei- und Bundzugehörigkeit an. Weiters schreibt er: "Um wirklich als Stadtrat im Team von Franz Mold qualifiziert zu sein, braucht es zuerst mindestens fünf Jahre an 100% parteikonformen Verhalten – dies zeigt sich auch bei einem Großteil der dort vertretenen Personen. Bei nur wenigen widersprüchlichen Äußerungen wäre ich wohl für den Stadtrat disqualifiziert gewesen. Das hätte meine Gesundheit, vor allem mein Rückgrat, nicht durchgestanden."

Für Leutgeb folgt Gisela Eigl als Gemeinderätin nach.