80 illegale Waffen: Pensionist bedingt verurteilt. Für den Besitz von 80 illegalen Waffen wurde Pensionist (78) zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Er habe die illegalen Waffen für zwei Tester nur gelagert, beteuerte er.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 29. Juni 2020 (12:30)
80 von über 100 entdeckten Waffen besaß der Rentner illegal.
LPD NÖ

Nach einem anonymen Hinweis im Juli vergangenen Jahres wurde bei der Durchsuchung eines Wohnhauses eines damals 77-jährigen Pensionisten im Bezirk Zwettl ein Waffenlager gefunden: 104 Waffen wurden sichergestellt.

Der Waldviertler besaß neben 24 legalen und ordnungsgemäß in dessen Besitz befindlichen Schusswaffen 80 weitere illegale Waffen. Darunter stellten die Ermittler Pistolen, Revolver sowie Langwaffen und auch Teile von Schusswaffen, Kriegmaterial, Sprengkapseln und an die tausend Schuss sicher. Unter anderem zählten 25 Stück (halb- und vollautomatische Waffen sowie eine Panzerbüchse) der illegal besessenen Waffen zu der Kategorie A des Waffengesetzes und sind in Österreich verboten.

Vor Gericht zeigte sich der heute 78-jährige Waldviertler geständig und räumte ein: „Ich habe einen Fehler gemacht.“ Er habe vor Jahren zwei Waffentester kennen gelernt, und die hätten ihm beim Aufbau eines Schießstandes unterstützt. Er habe sich revanchiert: „Damit sie die Waffen und die Munition für die Tests nicht immer transportieren müssen, habe ich sie halt bei mir gelagert. Als sie dann überraschend verstorben sind und keiner Interesse an den Waffen angemeldet hat, blieben sie halt bei mir“, erklärte er.

„Als Besitzer eines Waffenscheines wussten Sie, dass Sie das hätten melden müssen. Außerdem hätten sie die Waffen gesichert verwahren und nicht einfach herumliegen lassen dürfen“, entgegnete die Richterin.
Der bislang unbescholtene Pensionist wurde zu sechs Monaten bedingt verurteilt. Weiters wurde über ihn ein Waffenverbot verhängt, und die beschlagnahmten Waffen werden für immer eingezogen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.