Hochzeit zu Hause in nur neun Tagen organisiert. Nach Corona-Maßnahmen musste es für das Ehepaar Maier aus Gerweis schnell gehen: Kurzfristig wurde das Eigenheim zur Hochzeitslocation.

Von Markus Füxl. Erstellt am 23. Oktober 2020 (06:01)
Sabine und Alois Maier feierten mit Tochter Elena ihre Hochzeit. In Rekordzeit wurde nach kurzfristig verkündeten Coronamaßnahmen ein Zelt samt Heizschwammerl aufgestellt.
privat

Die eigene Hochzeit vergessen Paare ihr ganzes Leben nicht. Für Sabine und Alois Maier aus Gerweis wurde das Ja-Wort aber nochmal ein ganz besonderes Ereignis.

„Hab mir im Februar gedacht: Das wird nichts mehr“

Ursprünglich war die Hochzeit für den 16. Mai geplant. Dann kam Corona: „Ich hab mir im Februar gedacht: Das wird nichts mehr“, erzählt die 43-jährige Sabine Maier.

Das Ehepaar reservierte sich nach der ersten Aufregung den 26. September als neuen Termin. Geplant war eine Feier im Gasthaus Zlabinger. Die Trauung sollte im Hof stattfinden, die Tafel hätte im Schlosssaal aufgebaut werden sollen. 45 Besucher standen auf der Gästeliste.

„Mein erster Gedanke war: Nicht schon wieder“

Doch dann kam neun Tage vor dem Termin die nächste Hiobsbotschaft von der Regierung: Plötzlich waren nur mehr Veranstaltungen bis zu zehn Personen erlaubt. „Mein erster Gedanke war: Nicht schon wieder. Ich bin zusammengebrochen und habe geheult wie ein Schlosshund“, berichtet Sabine Maier.

Das Paar ließ sich nicht unterkriegen und baute kurzerhand daheim ein Festzelt, inklusive Heizschwammerl und aufgeschütteten Hackschnitzeln. Die Menükarte wurde nicht mehr neu gedruckt: „Ich habe dann einfach ‚Catering‘ quer drübergeschrieben“, sagt Maier lachend.

Familie, Freunde und Dorf hielt zusammen

Beim Aufbauen hielten Freunde, Familie und Dorfleute zusammen: „Ohne diese tollen Menschen wäre unsere Hochzeit nicht zu diesem perfekten Tag geworden.“ Einen Tag vor der Hochzeit überreichten ihr einige Leute aus dem Ort noch ein geflochtenes Herz.

Dann kam der Hochzeitstag: „Ich hatte so viel im Kopf und hatte keine Zeit, um nervös zu sein“, erzählt Maier.

Sabine und Alois Maier feierten mit Tochter Elena ihre Hochzeit. In Rekordzeit wurde nach kurzfristig verkündeten Coronamaßnahmen ein Zelt samt Heizschwammerl aufgestellt.
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Immer wieder riss der Wind etwas beim Zelt ab, kleinere Reparaturen mussten laufend erledigt werden. Regen und Kälte kamen noch dazu. „Das Beste war aber, als wir bei der Trauung waren, blitzte die Sonne durch, das war einfach wunderschön“, blickt die Braut zurück.

Auch das Feedback sei bisher nur positiv gewesen: „Jetzt haben wir auch die Gewissheit: Es ist niemand infiziert oder krank geworden“, freut sich Maier im NÖN-Gespräch.

Sie lernte vor 15 Jahren ihren Mann Alois im Internet kennen. Zur Hochzeit mit Umwegen sagt sie: „Das ist so typisch für uns“ und: „Ich sitze jetzt oft daheim, schaue den Ring an und kann es gar nicht glauben.“