Groß Gerungs

Erstellt am 09. Juni 2018, 05:00

von Brigitte Lassmann-Moser

Mitten am Tatort... Theatergruppe feierte Premiere. Die Theatergruppe Groß Gerungs führt heuer im „Theater im Kopf-Bahnhof“ die Kriminalkomödie „Ladykillers“ auf.

Die Mitwirkenden bei „Ladykillers“ auf und hinter der Bühne mit Regisseurin Manuela Seidl (stehend, 6. v. l.), der Obfrau des Willkommen-Vereins für Kultur und Tourismus Ulrike Gaderer (sehend, 4. v. r.) und Kulturstadträtin Liane Schuster (3. v. r.) nach der gelungenen Premiere.  |  Brigitte Lassmann-Moser

Eine gelungene Premiere feierte die Theatergruppe des Willkommen-Vereins für Kultur und Tourismus Groß Gerungs am Mittwoch, 29. Mai, im „Theater im Kopf-Bahnhof“ mit dem Stück „Ladykillers“.

Und die Aufführungen sind diesmal etwas ganz Besonderes, sitzt doch das Publikum mittendrin im Geschehen, sozusagen direkt am Tatort, wie Vereinsobfrau Ulrike Gaderer bei der Begrüßung erklärte, hat doch Regisseurin Manuela Seidl das Theaterstück von Elke Körver und Maria Caleita (nach William Rose) ganz auf Groß Gerungs zugeschnitten.

Ältere Dame & Gauner-Quartett

Die britische Kriminalkomödie erzählt von einer älteren Dame, Frau Bergheim, bei der sich ein Gauner-Quartett einnistet, das unter der Vorgabe, Hausmusik zu betreiben, einen Coup plant, nämlich einen Überfall auf einen Geldtransporter. Das Stück selbst plätschert trotz einiger guter Pointen so dahin, man wartet immer auf eine Überraschung, die dann aber doch erst ganz zum Schluss kommt.

Die hervorragenden schauspielerischen Leistungen des Ensembles – allen voran Anna Maria Friedl als Frau Bergheim – sowie die einmalige Atmosphäre dieses in einem ehemaligen Lokschuppen untergebrachten Theaters machen diese kleinen Schwächen aber wieder wett.

Genial hingegen ist das Bühnenbild, das es ermöglicht, dass auf zwei Ebenen gespielt wird (sogar ein Lift für die hüftoperierte Hausherrin wurde eingebaut). Es gibt rasche Wechsel zwischen den beiden Ebenen, die sowohl für die Darsteller, die bei jeder Änderung der Spielebene mitten in ihrer Bewegung erstarren, als auch für die Lichttechnik sehr herausfordernd sind.

Auch sonst ist das Bühnenbild mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet, wie man etwa am Hausgenossen von Frau Bergheim, dem Papagei „Benno“, sieht, der sich das ganze Stück über bewegt als wäre er tatsächlich aus Fleisch und Blut. Ein bisserl kurios, aber ideenreich umgesetzt, sind auch die Musikinstrumente, mit denen die vier Herren vermeintlich proben. Und nicht zuletzt sind auch die eingespielten musikalischen Sequenzen, die von „Banküberfall“ der EAV bis zur Titelmelodie von Agatha Christies „Miss Marple“ reichen, toll abgestimmt.

Regisseurin Manuela Seidl, ihres Zeichens Intendantin des Theaterforums Schwechat, hat mit den Gerungser Darstellern das Beste aus dem Stück herausgeholt. Anschauen lohnt sich!