Groß Gerungser helfen nach Erdbeben in Kroatien

Erstellt am 31. Dezember 2020 | 12:39
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Drei Floriani aus Groß Gerungs werden die Silvesternacht voraussichtlich in Kroatien verbringen: Sie helfen dort im Erdbebengebiet. Die NÖN sprach mit Kommandant Christian Weis, der ebenfalls im Einsatz ist.

Anstatt zum Jahreswechsel mit der Familie anzustoßen, ist für drei Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Groß Gerungs ein Auslandseinsatz angesagt. Kommandant Christian Weis, Stefan Faltin und Johannes Klauner sind derzeit mit dem Wechsellader der Feuerwehr Groß Gerungs, an dem der Tieflader der Feuerwehr Friedersbach angehängt ist, in Richtung Kroatien unterwegs. Geladen haben sie zwei Wohncontainer, mit denen den Bewohnern im Erdbebengebiet in Kroatien geholfen werden soll. Eine ganze Flotte von Feuerwehrfahrzeugen aus Niederösterreich rollt derzeit in diese Richtung.

„Wir drei haben uns am 30. Dezember sofort zu diesem freiwilligen Einsatz gemeldet“, betont Christian Weis im Telefonat mit der NÖN. Der Aufruf sei um 16.30 Uhr gekommen, es gab nur wenig Vorlaufzeit.  Bevor sich das Trio in Richtung Graz aufgemacht hat, mussten sie noch einen Coronatest beim Feuerwehrhaus in Zwettl über sich ergehen lassen. Danach wurde der Tieflader aus Friedersbach geholt. „Um 18.30 Uhr haben wir die Kaserne in Graz erreicht. Hier ist der Stützpunkt für diesen Hilfseinsatz der Feuerwehren aus Niederösterreich“, berichtet Christian Weis.

Abfahrt um 5 Uhr früh

Die sechs Meter langen Wohncontainer wurden ab 19 Uhr verladen. Das Fahrzeuggespann der Feuerwehr Groß Gerungs sei am 31. Dezember um 5 Uhr früh an der Reihe gewesen. Die mit den Wohncontainer beladenen Lkw wurden ab Graz in drei Züge geteilt. Weis, Faltin und Klauner befinden sich im dritten Zug, der gegen 9 Uhr die Grenze zu Slowenien erreicht hat. „Wir sind sicherlich noch fünf Stunden unterwegs. Wir müssen ins Erdbebengebiet in der Nähe von Zabreb“, erklärt Weis.

Leider geht jetzt nur auf den Bundesstraßen weiter. Die Floriani müssen die Autobahn verlassen, die Wohncontainer seien für die Autobahntunnels zu hoch. Ungewiss sei auch, wie das Abladen der Container im Kriesengebiet funktionieren werde. „Die Großkräne, die beim Aufladen in Graz verwendet worden sind, kommen nicht mit“, zeigt der Groß Gerungser Feuerwehrkommandant auf.

Dass sich der Jahreswechsel daheim nicht ausgehen wird, damit hat sich das Trio bereits abgefunden. Es ist ja auch nicht ihr erster Hilfseinsatz im Ausland. „2014 waren wir schon die Slowenien beim Blitzeis dabei.“ Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Knapp ist stolz auf die Kameraden: „Es war überhaupt kein Problem, jemanden für diesen Einsatz zu finden.“