Großartige Stimmen

Erstellt am 14. Jänner 2014 | 23:59
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Web-Artikel 62160
Foto: NOEN, Maria Moll
30-köpfiges Ensemble / Kirchbacher Chor „Grod & Schräg“ feierte sein 10-jähriges Bestehen mit einem fulminaten Konzert.
Von Maria Moll

RAPPOTTENSTEIN / Kirchbach hat mit „Grod & Schräg“ einen stimmgewaltigen gemischten Chor, der sonst meist die musikalische Gestaltung kirchlicher Feste innehat.

Als er am vergangenen Wochenende mit viel Temperament und Engagement in Rappottenstein sein zehnjähriges Bestehen feierte, versetzte er sein Publikum in helle Begeisterung.

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Der Kirchbacher Chor „Grod & Schräg“ feierte am Wochenende mit zwei großartigen Konzerten sein zehnjähriges Bestehen. Anna Hahn (vorne, Mitte) und Chorgründer Karl Hammerl (neben ihr) dirigierten im Stück „Eversmiling Liberty“ Chor und Band mit Edwin Kainz (2. R. r.), Thomas Pabisch, Christoph Fessl, Ambros Pabisch, Erich Krebs (1. R., v. r.) sowie Dietmar Hohl und Hans Georg Hofbauer (davor kniend). Leo Fries als stimmkräftiger Sänger sowie Moderator Josef Wagner (1. R., v. l.) waren weitere wichtige Stützen des Ensembles.
Foto: NOEN, Maria Moll

Anna Hahn, Herzstück und Seele der Singgemeinschaft, wie Rudi Damberger hervorhob, hatte sich für das Jubiläum Besonderes vorgenommen. Sie fand, dass das moderne Stück „Eversmiling Liberty“ eine schöne Herausforderung für ihren Chor darstellte. Gleich nach Ostern des Vorjahres begann das 30-köpfige Ensemble mit der Einstudierung der insgesamt 22 Lieder in Englisch, mit dabei auch „See, The Conquering Hero Comes“ nach der bekannten Weise von „Tochter Zion“. In 50 Proben eigneten sich Vokalisten und Musiker die anspruchsvollen Melodien an, die 1990 von zwei zeitgenössischen dänischen Komponisten - Jens Johansen und Erling Kullberg - geschaffen worden waren. Nun präsentierten Chor und Band in zwei total ausverkauften Konzerten den Erfolg ihrer Arbeit.

„Eversmiling Liberty“ beruht auf dem Oratorium „Judas Maccabaeus“ von Georg Friedrich Händel (1732-1809). Dazu gab Josef Wagner nach der offiziellen Begrüßung eine kurze Einführung. Er verwies darauf, dass Themen wie Fremdherrschaft, Unterdrückung und das Streben nach Freiheit musikalisch verarbeitet worden waren, wobei die Musik des modernen Werkes mit Elementen aus Pop, Rock und Jazz bereichert wurde. Und er bot die Antwort auf die Frage: „Wer ist Maccabaeus?“.

Dass es sich mit „Eversmiling Liberty“ um anspruchsvolle Chorliteratur handelt, zeigte sich nicht zuletzt in Besonderheiten wie A-cappella-Gesang, in der fallweisen Trennung der Männer- und Frauenstimmen und insbesondere in den Soli, die sozusagen von zwei Chorleitern „unter sich“ bestritten wurden. Denn neben Anna Hahn brachte sich Andreas Salzbrunn ein, der Leiter von „Chor im Hemd“ in Wien. Als „starkes, starkes Rückgrat trug die Band das Konzert“, wie Josef Wagner in seinen Dankesworten betonte. „Die Band“, das war keine gemeinsam erprobte Formation an Musikern, sondern sieben Instrumentalisten, die sich zusammengefunden hatten, weil sie in dem Stück eine neue Herausforderung sahen. Dazu kam noch Clara Hahn, das „Nestkücken“ der Gemeinschaft, an der Violine.

Die enorme Begeisterung der Zuhörer fand in zwei Zugaben ihr Echo: Mit Können und sichtlichem Vergnügen brachte sich Leo Fries, eine wichtige Stütze in den Proben, mit „Sound an Alarm!“ als Gesangssolist ein. Sanft, schön und doch sehr klangvoll dann „Oh Lovely Peace!“, mit dem sich Chor, Solisten und Band von ihrem Publikum verabschiedeten.