Neuer Technologiestandort: Forschung im alten Bahnhof

Erstellt am 10. Dezember 2021 | 08:54
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Geschäftsführer Herbert Döller wird demnächst mit Projektleiter Hans-Bernhard Schweiger im alten Bahnhof Großglobnitz ein Forschungs- und Entwicklungszentrum einrichten.
Foto: Joachim Brand
Die Vermessungsfirma Dr. Döller richtet Forschungszentrum in Großglobnitz ein.

Großglobnitz ist auf dem Weg zu einem neuen Technologiestandort. Der romantische Bahnhof am Ende einer alten Kastanienallee wird nach seiner Renovierung zum Sitz eines Forschungs- und Entwicklungszentrums.

Die Waldviertler Vermessungsfirma Dr. Döller beabsichtigt, an diesem neuen Standort ein smartes Forschungs- und Entwicklungszentrum für faseroptische Messtechnologie zu betreiben. Bisher wurde der Bahnhof Großglobnitz als Standort für Gleissensorik zeitweilig von der Firma genutzt.

Seit Jahren überwachen die Spezialisten der Vermessungsfirma die Eisenbahnbrücke Großhaslau aus den Räumlichkeiten des alten Bahnhofgebäudes. Hochsensible Messpunkte an der Brücke über die Bundesstraße melden durch Glasfaseroptik eventuelle Strukturveränderungen. Schließlich passieren täglich zehn schwere Güterzüge diesen besonderen Streckenabschnitt.

Wichtig: Zusammenspiel verschiedener Sensoren

„Unsere Firma hat jahrelange Erfahrung im Bereich der Sensorfusion. Wir sind nicht nur in Österreich an Donaubrücken, dem Semmering-Basistunnel, an der Autobahnbrücke in Linz oder auch an Windkraftanlagen in Serbien tätig“, berichtete Herbert Döller der NÖN. Erklärend fügte er hinzu, dass das Zusammenspiel von verschiedenen Sensoren zur Dokumentation eine wichtige Aufgabe zur Überwachung und zum Erhalt von Infrastruktur darstelle. Zusätzlich zu den faseroptischen Sensoren können Echolotmessungen oder Sensoren für 3D-Betrachtungen ergänzend zum Einsatz kommen.

Neue Ausbildungs- und Forschungsstellen

„Wir wollen hier ein Ausbildungszentrum sowohl für unsere Lehrlinge als auch für Spezialisten anbieten. Wir haben dazu Kontakte zur Technischen Universität in Wien, aber auch zur Technischen Universität in Belgrad aufgebaut“, betont Herbert Döller. Er unterhält mit 40 Mitarbeitern Firmenbüros in Waidhofen/Thaya, in Zwettl und Wien. In zwei Jahren sollen in Großglobnitz sowohl Ausbildungs- als auch Forschungsstellen für Lehrlinge und Akademiker dazu kommen.

Ergänzend wies Projektleiter Hans-Bernhard Schweiger auf eine Test-Eisenbahnstrecke beim Bahnübergang in Grafenschlag hin. „Dieser letzte Schienenabschnitt der ehemaligen Bahnlinie nach Martinsberg dient uns seit Jahren für viele Messversuche. Momentan sind dort die Versuchsreihen abgeschlossen. Sie können bei Bedarf aber jederzeit reaktiviert werden.“

Besonders stolz ist man auf die Eigenentwicklung einer neuen Variante eines Messbolzens für alle Oberflächen.