Community Health Nurse: Hilfe zur Selbsthilfe

Carina Katzenschlager aus Großreichenbach machte sich als „Community Health Nurse“ selbstständig. „Habe schon lang in diese Richtung gearbeitet.“

Erstellt am 16. Oktober 2021 | 13:51
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Carina Katzenschlager hat sich als „Community Health Nurse“ selbstständig gemacht.
Foto: privat

Es begann mit einem längeren Aufenthalt in Afrika, Carina Katzenschlager hat sich dort für ein soziales Projekt engagiert. „Ich habe viel über ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ gelernt, weil es im Gesundheitsbereich sonst wenige Ressourcen gab“, sagt sie. Das ist vier Jahre her, vor kurzem hat sich die Großreichenbacherin selbstständig gemacht. Als „Community Health Nurse“ bietet die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester vor allem Beratungsleistungen an.

Nach dem Afrika-Aufenthalt sind bei Carina Katzenschlager erste Ideen entstanden, wie Menschen im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützt werden können. Für richtige Beratung und Pflege fehle im üblichen Berufsalltag einer Krankenschwester oft die Zeit, sagt sie. In der Selbständigkeit sei das anders – sie könne sich bewusst Zeit nehmen. Und einen ganzheitlicheren Ansatz einnehmen: „Die einzelnen Disziplinen arbeiten oft nur in eine Richtung.“

Pension: „Viele Probleme fangen an.“

Katzenschlager will eine Anlaufstelle für alle Altersgruppen sein, ein Fokus liege aber auf berufstätigen Personen – und Menschen, die kurz vor dem Pensionsübertritt stehen. „Denn da fangen viele Probleme an“, erklärt sie. Der erste Schritt ihrer Arbeit liegt in der Auseinandersetzung mit der Krankengeschichte eines Patienten: „Zu mir komme oft Leute, die nicht mehr weiter wissen. Ich sehe mir an, wo man etwas verändern kann, um die Lebensqualität zu verbessern. Es gibt natürlich auch Fälle, wo ich nicht weiterhelfen kann. Dann versuche ich, sie mit den richtigen Stellen zu vernetzen.“

Genau das soll im Erstgespräch herausgefunden werden. Wenn Carina Katzenschlager doch weiterhelfen kann, beginnt die Anamnese. „Die Termine dauern manchmal bis zu zwei Stunden“, erklärt sie. Sich diese Zeit zu nehmen, sei ihr ein großes Anliegen: „Die Leute wissen, es ist jemand da, an den sie sich wenden können. Ich begleite sie über Monate hinweg.“ Der Schritt in die Selbstständigkeit war freilich ein großer. Aber: „Ich habe schon jahrelang in diese Richtung gearbeitet und mich sehr darauf gefreut“, sagt sie. Vielleicht ist es ihr auch deshalb so wichtig, andere Personen aus der Gesundheits- und Krankenpflege für ähnliche Tätigkeiten zu begeistern: „Eine Community Nurse kann nicht alle Bereiche abdecken. Es wäre toll, wenn es mehrere gäbe und man sich untereinander vernetzen könnte.“