Günstige Jagd in Allentsteig - Ministerium prüft Vorwürf

Erstellt am 19. Dezember 2011 | 13:30
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Das Verteidigungsministerium überprüft Vorwürfe, wonach Politiker und Manager am Truppenübungsplatz Allentsteig vergünstigt jagen. ÖVP-Abgeordneter Martin Bartenstein etwa und der Präsident der Industriellenvereinigung Veit Sorger nahmen an einer Jagd im Waldviertel teil, und es gab "unentgeltliche Abschüsse", bestätigte ein Ministeriumssprecher.
Nun werde erhoben, wer kostenlos auf der Jagd war. Der Sprecher bestätigte sämtliche genannten Personen, darunter der niederösterreichische ORF-Landesdirektor Norbert Gollinger und ORF-Finanzchef Richard Grasl oder der Industrielle Peter Mitterbauer. Wer von diesen gratis teilgenommen hat, werde noch erhoben, hieß es am Montagvormittag: "Wir wollen das natürlich auch geklärt wissen."

ÖVP-Politiker hätten offenbar eine geplante Reform der Heeresforste platzen lassen, um günstig jagen zu können. Das Ministerium kommentierte dies nicht.

Generell werden im Verteidigungsressort Zahlen zur Heeresforstverwaltung und damit auch Allentsteig erhoben, um wirtschaftliche Verbesserungen zu erreichen, erklärte der Sprecher. Die Datenerhebung werde noch einige Monate in Anspruch nehmen und sei "völlig ergebnisoffen": "Wir wollen die wirtschaftlich beste Lösung haben. Dazu müssen alle Fakten auf den Tisch."

Der frühere ÖVP-Minister Bartenstein wollte die erhobenen Vorwürfe nicht kommentieren. ORF-Finanzchef Grasl sei "über Einladung des Bundesheeres mit Genehmigung des Ministeriums" aus dem Jahr 2007 "einmalig" bei einer Jagd in Allentsteig anwesend gewesen, hieß es in einer Stellungnahme. "Diese Jagd war nie als Gratis-Jagd zu verstehen, was auch aus der Einladung hervorgeht", wurde weiters erklärt. Auch für Landesdirektor Gollinger sei "die Möglichkeit zur Jagd" ausgesprochen worden. Beide würden davon ausgehen, "dass allfällige Jagdkostenbeiträge ordnungsgemäß verrechnet wurden", erklärte der ORF.