576 Nadelstiche gegen das Coronavirus in Zwettl

Erstellt am 31. März 2021 | 04:50
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Impfstraße in Zwettl lief auf Hochtouren. 10 Prozent der Angemeldeten kamen nicht, Plätze wurden aus Warteliste vergeben. Nächster Termin: 9. April.

So voll war der Parkplatz bei der Zwettler Stadthalle vermutlich seit dem ersten Lockdown vor einem Jahr nicht mehr: Am 26. März fiel der Startschuss in der Impfstraße der Stadtgemeinde. 576 Menschen wurden gegen das Coronavirus mit dem Moderna-Vakzin geimpft.

Impfkoordinator Hermann Neumeister zieht ein positives Fazit: „Nur durch die gute Organisation in Abstimmung mit Gesundheitsstadtrat Manfred Weissinger und dadurch, dass alle an einem Strang gezogen haben, konnten wir das so kurzfristig in nur zwei Wochen auf die Beine stellen“, bedankt er sich im NÖN-Gespräch auch für den Einsatz seines Teams. So standen medizinisches Personal aus dem Krankenhaus sowie die niedergelassenen Ärzte Wagner-Kessler und Balutsch-Khosravi im Einsatz.

Viele kamen zu früh. Der Andrang war groß: Obwohl die Zeitslots pro Viertelstunde für jeweils 15 Personen vergeben waren, kamen viele Impfwillige bereits lange vor ihrem Termin. Die Organisatoren stellten den Gästen Sessel sowie Wasserflaschen zur Verfügung. Zugelassen waren Personen über 72 Jahren sowie Hochrisikopatienten. Nach dem „Check-In“ wurden ärztliche Befunde gemeinsam mit dem ärztlichen Leiter Edwin Halmschlager durchbesprochen.

Alle Befunde in Salzburg „vergessen“. Vereinzelt wurden laut Neumeister Leute abgewiesen, die nicht zur Risikogruppe zählten, sich aber trotzdem angemeldet hatten. Er schildert einen besonders dreisten Fall: „Eine Person, laut eigenen Angaben mit Hauptwohnsitz Salzburg, gab an, der Hochrisikogruppe anzugehören. Sie erklärte uns, sämtliche Befunde in Salzburg vergessen zu haben.“ Die Person wurde abgewiesen.

Bis auf den letzten Tropfen. Einen Tag vor der Impfung war das Vakzin in Zwettl eingetroffen: 48 Fläschchen von Moderna. Der Impfstoff wurde „bis auf den letzten Tropfen“ verimpft, insgesamt erhielten 576 Personen ihre erste Teilimpfung.
Weil sich erfahrungsgemäß etliche Menschen, die angemeldet waren, kurzfristig abgemeldet hatten oder einfach nicht erschienen waren, führten die Organisatoren eine Warteliste – die weit gefächert war: So ließen sich dort etwa auch Personen aus Dunkelsteinerwald oder Wimpassing eintragen.

Zehn Prozent der Angemeldeten nicht erschienen. Wieviele angemeldete Personen nicht zur Impfstraße kamen? „Wir haben das fast unterschätzt: Etwa zehn Prozent der Angemeldeten sind nicht zur Impfung erschienen“, erklärt Neumeister. Die freien Plätze waren rasch aus der Warteliste gefüllt, etwa 100 Personen erhielten so ihre Impfung. Dabei wurde auf das Alter und die möglichst kurzfristige Erreichbarkeit der Impfstelle geachtet, erklärt der Impfkoordinator: „Wir sind zuerst bei den Älteren gestartet, dann wurden Hochrisikopatienten kontaktiert sowie über 72-Jährige aus der Region.“ Eine Befragung der NÖN vor Ort zeigt: Die Freude über die Impfung war groß: „Eine Dame, die wir von der Warteliste kontaktiert haben, kam dann mit einer Schachtel Merci vorbei“, sagt Neumeister. Gegen Mittag besuchte auch eine Abordnung aus Groß Gerungs die Impfstraße in Zwettl. Bürgermeister Maximilian Igelsböck holte sich Tipps und erste Erfahrungsberichte – denn auch in Groß Gerungs ist wie berichtet eine Impfstraße in Ausarbeitung.

Für den nächsten Termin in Zwettl am 9. April laufen noch die Anmeldungen unter www.impfung.at/termin, es soll wieder die selbe Menge an Impfstoff zur Verfügung stehen.

7-Tages-Inzidenz deutlich über 200. Während die Zahl der geimpften Zwettler steigt, blieb die 7-Tages-Inzidenz im Bezirk im Vergleich zur Woche davor relativ stabil. Sie lag zum Wochenstart bei 253, lag damit vor Horn (225), im Waldviertel allerdings hinter Gmünd (318) und Waidhofen an der Thaya (317).