Gutmann will Ferienwohnungen in Zwettl bauen

Erstellt am 29. August 2020 | 17:10
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Eines der ältesten Zwettler Bauwerke befindet sich in der Landstraße 53. Für die nachhaltige Nutzung des Gebäudes aus dem Jahr 1555 möchte Johannes Gutmann vier bis fünf Ferienwohnungen bauen. Architektonisch möchte man das mit einem Durchgang bis zur Stadtmauer gestalten. Das Areal soll für Stadtführungen geöffnet werden, um die Altstadt für Besucher begreifbarer zu machen.

Seit einigen Jahren steht das Haus leer. Davor wurde es sowohl für landwirtschaftliche als auch für gewerbliche Zwecke genützt. Johannes Gutmann von Sonnentor war seit seiner Jugend von diesem Haus fasziniert. Das gesamte Anwesen reicht von der vorderen Straßenseite bis zur historischen Stadtmauer.

Vor mehreren Jahren bot sich für Johannes Gutmann die Gelegenheit, das nach außen unscheinbar wirkende Haus von der Vorbesitzerin Rosa Hahn käuflich zu erwerben. Gemeinsam mit Ralph Wittig als Sachverständigen wurde die Bausubstanz zeithistorisch untersucht. „Wir waren erstaunt, mittelalterliche Strukturen wie das eines gotischen Gewölbes zu entdecken“ berichtete Johannes Gutmann. Mit Hilfe des ehemaligen Stadtarchivars Friedl Moll konnte das Haus urkundlich bis ins Jahr 1555 nachgewiesen werden.

Stilelemente deuten auf 13. Jahrhundert hin

Von den baulichen Stilelementen lassen sich einige Teile bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Als Besonderheit entdeckte man eine alte Schmiede, eine Rauchkuchl, historische Aborte (WC) und viele weitere antike Bauelemente.

Vor kurzem fanden erstmals die Vorstellung des Projektes und eine Begehung mit Gemeindevertretern und Betriebsmitgliedern der Firma Sonnentor statt. „Unser Zwettl hat eine einzigartige Geschichte. Mir liegt viel daran, eine erleb-und begreifbare Innenstadt mitzugestalten“ betonte Gutmann. Der rührige Bauherr sieht sich selber in der Rolle eines Vordenkers, der andere Hausbesitzer zu einem ähnlichen Vorgehen animieren möchte.

Natürlich steht das Haus inzwischen unter Denkmalschutz. Änderungen und Umbauten an denkmalgeschützten Objekten erfordern eine sorgfältige Planung. Als kompetenten Partner wählte man das Architekturbüro w30 aus Waidhofen an der Ybbs. Dieses hatte sich anlässlich der Landesaustellung 2017 bei der Renovierung des Schlosses Pöggstall einen Namen gemacht. „Dieses Haus ist nicht das einzige historische Haus, das einer Renovierung bedarf“ sagte Johannes Gutmann.