Ziegler: „Er wollte mir in den Hals stechen“. Facebook-Posting von Schwarzenauer Security-Mitarbeiter lässt Wogen im Internet hochgehen. Gegenüber der NÖN erläutert er genauer, auf was der 31-Jährige mit der Nachricht hinweisen möchte.

Von René Denk und Markus Lohninger. Erstellt am 03. Februar 2019 (21:36)

Brutale Szenen spielten sich in Heidenreichstein am 3. Februar gegen 3.30 Uhr früh ab, die den Schwarzenauer Bernhard Ziegler auch das Leben hätten kosten können.

Mit einem Facebook-Posting sorgte der 31-Jährige, der im Nebenjob auch als Security-Mitarbeiter in mehreren Waldviertler Discotheken arbeitet, nun für großes Aufsehen im Internet: Das Posting wurde bereits zwölf Stunden nach Veröffentlichung über 6.700 Mal „geteilt“ und mit über 3.100 Kommentaren versehen.

Er schildert darin, wie ein 23-jähriger Gast (nach Polizeiangaben ein Afghane) mehrere Frauen belästigte. Als er und ein Kollege dann den Auffälligen baten zu gehen, drehte dieser völlig durch. Die Sicherheitskräfte wurden von dem 23-Jährigen zweimal mit Gläsern und einmal mit einem Aschenbecher attackiert. Nachdem sich der Tobende zwei Mal losreißen konnte, schafften es die Securitys endlich, ihn vor die Tür setzen.

Mit Flasche Schnittwunde zugefügt

Vor der Disco stürmte dieser auf den Parkplatz, fand eine leere Glasflasche, die er an der Mauer zerbrach und mit ihr in der Hand wieder zurück zum Eingangsbereich lief. Die Securitys wollten die Gäste schützen — im Gerangel warf der Angreifer Ziegler um und wollte ihm die Flasche im Liegen sofort in den Hals rammen.

„Zum Glück habe ich das im Augenwinkel gerade noch gesehen. Ich habe rasch das Kinn angezogen und den Kopf auf diese Seite gelegt, um meinen Hals zu schützen. Er wollte mir mit der Flasche in den Hals stechen“, beschreibt der Schwarzenauer die dramatischen Szenen im NÖN-Gespräch.

So konnte der Mann Ziegler nur unter dem linken Auge erwischen, wobei er ihm eine vier Zentimeter lange und eine zwei bis drei Zentimeter lange Schnittwunde zufügte.

Ziegler und Angreifer in Waidhofner Spital gebracht

Nachdem ihn seine Kollegen dann am Boden fixierten, ging er zur Erstversorgung in die Disco. Der 23-Jährige tobte weiterhin, auch noch bei der Festnahme durch die Polizei und Erstversorgung durch das Rote Kreuz. Ziegler und der Angreifer wurden in das Waidhofner Spital gebracht.

Der Mann wurde festgenommen und bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, die U-Haft für den 23-Jährigen beantragt hat, bestätigt die Polizei auf NÖN-Nachfrage. Der Security-Mitarbeiter wurde genäht und in die häusliche Pflege entlassen.

Aggressionspotenzial wird immer höher

Seit sieben Jahren ist Ziegler nun als Security-Mitarbeiter tätig, im Hauptberuf ist er Mechaniker. Im NÖN-Interview schildert er, wie im Laufe der Jahre das Aggressionspotenzial der Besucher immer höher wird. Generell ortet er, dass die Gäste immer weniger Respekt vor dem Sicherheitspersonal haben, obwohl man ja zum Schutz der Gäste da sei und erste Anlaufstelle bei Problemen ist. Immer öfter würden Sachbeschädigungen passieren. Einmal im Monat erlebe er eine handfeste, gröbere Rauferei, meist könnten seine Kollegen und er schon so früh eingreifen, dass das Konfliktpotenzial im Keim erstickt wird.

Außerdem ortet Ziegler, wie in der Facebook-Nachricht bereits am Beginn geschrieben („Möchte mich beim österreichischen Staat bedanken, dass wir so viele Asylbewerber aufgenommen haben“), dass die Gewaltbereitschaft von Nicht-Österreichern weitaus höher sei. Weiters will der 31-Jährige mit dem Posting aufmerksam machen, dass dieses hohe Aggressionspotenzial nicht nur in den Ballungszentren vorkommt, sondern auch im Waldviertel: „Diese Dinge spielen sich nicht nur in Wien oder Graz ab!“

Ziegler: „Man darf nicht alle in einen Topf werfen"

Was Ziegler aber auch unbedingt betonen möchte: „Man darf nicht alle in einen Topf werfen. Es gibt auch sehr gute Erfahrungen, die ich machen konnte. Wenn aber ein Nicht-Österreicher aggressiv wird, sind die Grenzen, wie weit er geht, meist weit höher“, spricht der 31-Jährige über das, was er bisher selbst erleben konnte.

Bei Raufereien würde ein Österreicher beispielsweise nur selten auf „Hilfsmittel“, wie ein Glas oder andere Gegenstände zurückgreifen, die das Gegenüber auch lebensgefährlich verletzen könnten. „Diese Scheue vermisse ich desöfteren bei Nicht-Österreichern. Die kennen keine Grenzen!“

Brocks: „Da sind oft Österreicher dabei, manchmal aber auch Fremde“

Eine Häufung von Problemen mit Burschen mit Migrations-Hintergrund kann der Gmünder Bezirkspolizei-Kommandant Wilfried Brocks nicht bestätigen. Wenn Alkohol und späte Nachtstunden zusammenkommen, dann gebe es immer wieder auch Verletzte und müsse die Polizei einschreiten, sagt er zur NÖN: „Da sind oft Österreicher dabei, manchmal aber auch Fremde.“

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