Erstellt am 05. Juli 2018, 04:00

von Markus Füxl

So fiebert der Bezirk bei der WM mit. Mexiko weg, Deutschland weg, Island weg: Für einige Zwettler liegt die Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Lachen und Weinen.

Das Team von „El Struz“ in Zwettl feuerte Mexiko gegen Brasilien an. Geholfen hat es leider nichts. Im Bild: Dagmar Gravogl, Claudia Zeitlinger, Stefanie Kolm und Christian Straus.   |  Markus Füx

Obwohl Österreich bei der Fußball-Weltmeisterschaft wieder einmal nicht vertreten ist, ist die Euphorie im Bezirk Zwettl ungebrochen.

Neben Fans von Ronaldo, Messi und Neymar lassen sich auch Unterstützer von Außenseitern finden. „Für uns ist keine Frage, wen wir bei Großturnieren anfeuern“, sagt Christian Straus schmunzelnd. Für einen Fototermin mit der NÖN schmissen sich der „El Struz“-Geschäftsführer und sein Team stilecht in Mexiko-Trikots.

Weil er in seinem Lokal Tex-Mex-Küche serviert, gäbe es „natürlich viel Herzblut für die Mexikaner“, so Straus. Obwohl er nicht geglaubt hat, dass die Mannschaft über das Achtelfinale gegen Brasilien hinauskommt, konnte er jubeln: „Der Auftaktsieg gegen unseren Lieblingsnachbarn Deutschland war natürlich doppelt schön.“

Neben der Unterstützung für Mexiko sind die Sympathien „quer durch den Gemüsegarten“ gestreut: Wir haben einen Italiener und eine halbe Holländerin bei uns, die schauen heuer natürlich durch die Finger. Unser Schweizer Koch darf aber noch hoffen.“ (Das Achtelfinale Schweiz gegen Schweden fand nach Redaktionsschluss statt, Anm.)

Drei Herzen schlagen in Zwettler Fußball-Brust

Gleich drei Mannschaften feuert(e) der Zwettler Alexander Weber an. Er hat daheim die Fahnen von Schweiz, Australien und Island aufgehängt. „Wenn draußen jemand vorbeigeht, wird er sich denken: Hat der eine Botschaft aufgemacht?“, sagt er lachend.

Australien hat er unterstützt, weil ihm das Land gefällt, bei Island seien es die Fan-Choreographien gewesen. Die Schweizer Fahne hat er ursprünglich als Spaß für seine Schweizer Freunde aufgehängt. „Mittlerweile tippe ich aber sogar auf die Schweizer.“

Mit seinen Freunden aus der Schweiz hat er die Vorrundenspiele verfolgt. „Ich fühle mich schon als halber Schweizer, vor allem weil wir öfter Schweizerdeutsch miteinander reden“, sagt er.

Zu einem Desaster ist die WM für Heiko Fessinger geworden. Das Ausscheiden der deutschen Mannschaft schmerzte den gebürtigen Deutschen (Freiburg im Breisgau) sehr. „Es war zwar vorhersehbar, dass sie nicht gut spielen. Das war aber eine desolate Leistung. Sie sind verdient ausgeschieden, ich kann ihnen nicht einmal nachtrauern.“

Bei Deutschland gegen Korea habe ich in der 89. Spielminute meine Deutschland-Fahne abgehängt.Heiko Fessinger, enttäuschter Deutschlandfan

Auch die Deutschland-Fahne ist schon wieder verstaut: „Beim Spiel Deutschland gegen Korea bin ich in der 89. Minute aufgestanden und hab die Fahne abgehängt.“
Fessinger möchte die WM trotzdem weiter verfolgen. „Ich hoffe jetzt auf Belgien und Kroatien“, so der Fan.

Ansehen kann man sich die Spiele etwa im Zwettler Pub „Zum fliegenden Holländer“. Dort werden alle Spiele auf einer Großbild-Leinwand übertragen. Als Extra wird ein Tippspiel angeboten: Zu jeder Konsumation vor dem Spiel gibt es einen Gratistipp.

Egal ob man die Matches in einem Lokal oder daheim auf der Couch verfolgt, eines darf dabei nicht fehlen, weiß der Marketingchef der Zwettler Privatbrauerei, Rudolf Damberger: „Solche Großereignisse sind biergeprägt, das merken wir bereits bei den Vorbestellungen.“ Da Österreich nicht bei der WM dabei ist, halte sich der Bierverbrauch bis Ende des Turniers aber voraussichtlich in Grenzen, so Damberger.
Extra nach Russland dürfte übrigens niemand aus dem Bezirk Zwettl geflogen sein, vermelden die Reisebüros unisono.