InmemoriamKarlMoser

Erstellt am 20. Oktober 2010 | 00:00
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Foto: NOEN
Familie und Freunde gedachten im Rahmen eines besonderen Abends des früh verstorbenen Künstlers.

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In memoriam Karl Moser: Verleger Peter Fichtinger, die Musiker Alexander Miksch und Florian Weiß, Karl Mosers Schwester Gabi Brantner sowie sein Sohn Clemens, Bürgermeisterin Angela Fichtinger, Mundartdichterin Isolde Kerndl und Filmemacher Franz Stanzl (v.l.) gestalteten das Buch, den Gedächtnisfilm und den Abend in Erinnerung an den zu früh verstorbenen Künstler.NÖN
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TRAUNSTEIN / Er hat eine ganze Reihe von Büchern illustriert – die bekanntesten davon in Zusammenarbeit mit der Mundartdichterin Isolde Kerndl –, doch die Erfüllung seines größten Wunsches, einmal ein „ganz eigenes“ Buch herauszugeben, durfte er nicht mehr erleben: Noch während der Arbeit an seinem „Gockel-Buch“ wurde der Waldviertler Künstler Karl Moser im Juli dieses Jahres mitten aus dem Leben gerissen.

Am 28. Oktober wäre er 55 Jahre alt geworden. Gerade rechtzeitig wurde nun am vergangenen Samstag, 16. Oktober, im Rahmen eines ganz besonderen Abends im Gasthaus Lang in Traunstein, wo Moser die letzten Jahre lebte und arbeitete, das im Steinverlag von Peter Fichtinger und Johannes Teuschl (www.steinverlag.at) posthum erschienene „Gockel-Buch“ der Öffentlichkeit präsentiert. Unzählige Gäste hatten sich zu dieser Gedächtnisveranstaltung eingefunden, um gemeinsam mit der Familie des Verstorbenen und der Kulturinitiative Traunstein das Buch aus der Taufe zu heben.

„Kunst verbindet auch die Herzen“, meinte Bürgermeisterin Angela Fichtinger, die durch das Programm, das vielen auch etwas ans Gemüt ging, führte. „Karl Moser hat sich in Traunstein, das in den letzten Jahren zu seinem Lebensmittelpunkt geworden ist, wohlgefühlt, er wurde hier gut aufgenommen, und er hat Traunstein nicht nur mit seiner Kunst, sondern auch mit seinem Wesen beseelt“, so Fichtinger. „Er wird vielen fehlen – er wird Traunstein fehlen!“

Gockel-Buch und  Film-Biografie

Wesentlich zur Gestaltung des Abends trug neben Isolde Kerndl den beiden Musikern Florian Weiß und Alexander Miksch (der kurzfristig für Mäx Mayerhofer eingesprungen ist) Mosers Schwester Gabriele Brantner bei, die Gedanken zum Leben und Schaffen ihres Künstlerbruders vortrug.

Im „Gockel-Buch“ von Karl Moser, einem sehr eigenwilligen und mit viel Humor ausgestattetem Werk, steht der Hahn im Mittelpunkt. In ansprechenden, sehr farbenfrohen Bildern hat Moser in Form von Gockelhähnen viele menschliche Charaktereigenschaften darstellt. Das Buch regt zum Schmunzeln an, und so mancher Betrachter wird sich in dem einen oder anderen Gockel-Bild selber wiedererkennen. Für die lateinischen Bezeichnungen der Gockel zeichnet – freilich in sogenanntem „Kuchl-Latein“ – der Arzt Friedrich Pesendorfer verantwortlich. „Ich habe Karl in sehr dunklen Stunden seines Lebens getroffen und durfte ihn ein Stück lang begleiten“, erzählte er über seine Freundschaft mit dem Maler.

Franz Stanzl, Filmproduzent in Traunstein und ebenfalls ein guter Freund von Karl Moser, erinnerte auf seine Art an den Künstler: in Form eines sehr schön gestalteten, zu Herzen gehenden Filmbeitrages, der das Leben und das künstlerische Schaffen Mosers noch einmal Revue passieren lässt. Den Text dazu hat NÖN-Redakteurin Brigitte Lassmann-Moser verfasst, ergänzt werden die Fotos und Bilder u.a. von Ausschnitten aus einem Interview, das anlässlich des Waldviertel-Festivals 2006 mit Moser geführt wurde. Interessierte erhalten diesen Kurz-Film auf DVD direkt bei Franz Stanzl (www.stanzlmedia.at).