150 Regenschirme und ein nicht so stummer Vormärz. Der Kabarettist Rudi Schöller gastierte am 5. August – und zwar dort, wo laut dem humorigen Oberösterreicher „die meisten Zwettler zum ersten Mal geschmust haben“ – dem Eislaufplatz. Besucher erhielten als Geschenk einen Regenschirm.

Von Markus Füxl. Erstellt am 09. August 2020 (20:21)

Bekannt wurde Schöller als stummer Diener „Vormärz“ von Robert Palfraders Kunstfigur Kaiser Robert Heinrich dem Ersten. Dort bestand seine Aufgabe darin, Schneekugeln der Gäste für den Kaiser in Empfang zu nehmen.

Bei freiem Eintritt lud Alexander Leutgeb zum Kabarettabend: „Zwettl braucht in diesen besonderen Zeiten ein paar Kulturveranstaltungen, die zum Verweilen einladen.“ Statt Schneekugeln für den Kaiser gab es diesmal Regenschirme für die Besucher: Jeder Sitzplatz war mit einem solchen bestückt, außerdem gab es für jeden der 150 Besucher Hygienetücher. Mit seinem Programm „Vormärz spricht“ gastierte Schöller bereits mehrfach beim Werbeprofi Zwettl, die NÖN berichtete. „Mit der Familie Leutgeb verbindet mich schon eine kleine Freundschaft“, sagte der Kabarettist.

Auch wenn einige Besucher einen Großteil des Programms von seinen früheren Besuchen kannte, unterhielt Schöller auch mit neuen Teilen zum Thema Corona. So seien die zwei Gewinner der Krise Amazon und Klopapier. Homeoffice sei außerdem besser als das Büro, weil „es ist angenehmer wenn daheim der Lurch vorbeirennt, als der Chef.“ Auch die Frage nach dem Ursprung des Virus habe Schöller geklärt: „Corona-Bier wollte sein Produkt in China auf den Markt bringen – die wollten virales Marketing.“ Bei der PR in Österreich habe man aber etwas danebengegriffen, so wäre der Abstand statt eines Babyelefanten besser in einem anderen Maßstab anzugeben, etwa mit drei Walzerschritten.

Auch viele Fragen rund um die ORF-Sendung „Wir sind Kaiser“ beantwortete Schöller, etwa, wie Robert Palfrader privat sei („eh sehr ok“) und ob Richard Lugner für seine Auftritte etwas bezahlt bekommt („ja, aber nach dem Schauspieler-Kollektivvertrag, also nicht sehr viel“).

Für die kulinarische Verpflegung war Michael Schindler und sein Team vom Gasthaus zur Goldenen Rose verantwortlich. Bei einer Verlosung gewannen Barbara Faltin und Ferdinand Steindl zwei Bierkrüge.